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16.01.2002

22:18 Uhr

Ebay verliert trotz guter Bilanz – K-Mart fliegt aus S&P 500

Wall Street leidet unter der Skepsis von Intel

Die US-Aktienmärkte haben gestern nach dem Zwischenhoch vom Vortag erneut Verluste hinnehmen müssen. Vor allem die Technologiewerte an der Nasdaq gerieten unter Druck. Eine zurückhaltende Prognose des Chipherstellers Intel und ein Quartalsverlust der Bank JP Morgan Chase verstimmten die Anleger.

hha/kjo/HB NEW YORK. Die Nachricht über geplante Investitionskürzungen bei dem Chiphersteller Intel und das Quartalsminus beim Finanzkonzern JP Morgan Chase warfen zur Wochenmitte einen Schatten über die US-Aktienmärkte. Diesem negativen Einfluss konnten auch die günstiger als erwartet ausgefallenen Verbraucherpreise nichts entgegen setzen. Der Dow-Jones-Index endete mit einem Abschlag von 2,1 %. Der S&P 500 büßte 1,6 % ein und der Nasdaq-Index verlor sogar 2,8 %.

Der Index der Endverbraucherpreise (CPI) fiel im Dezember um 0,2 %. Eine niedrige Inflation gibt der US-Notenbank Fed Spielraum für eine Zinssenkung Ende Januar. "Ich bin mir sicher, dass die Fed die Zinsen um 25 Basispunkte senken wird", sagte Kurt Karl, Chefökonom der Swiss Re in New York.

Den Verlauf beeinflussten aber vor allem die Aktien von Intel. Der Chipgigant hatte am Dienstag einen Gewinnrückgang um 77 % im vierten Quartal gemeldet, damit aber die Erwartungen übertroffen. Dennoch schlossen die Aktien 2,8 % im Minus. Schuld daran war der pessimistische Ausblick des Konzerns: Intels Finanzvorstand Andy Bryant sieht bisher keine Anzeichen für eine Erholung der Wirtschaft. Zudem plant der Konzern, seine Investitionen um 25 Prozent zu kürzen. "Damit der Markt sich nach oben bewegt", kommentierte Fondsmanager Thomas Pierce, "brauchen wir Zeichen, dass die Konzerne ihre Umsätze verbessern, anstatt nur die Kosten zu drücken."

Andere Halbleiterhersteller wie Advanced Micro Devices (-6,4 %) wurden von dieser Nachricht in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem gerieten aber die Hersteller von Maschinen zur Halbleiterfertigung unter Druck. Intel ist ihr größter Kunde. Die Aktien des größten Produzenten, Applied Materials, sackten um 8,9 % ab.

Verluste mussten auch die Titel des Internet-Auktionshauses Ebay hinnehmen. Zwar hatte das Unternehmen am Dienstag nach Handelsschluss einen Quartalsgewinn am oberen Ende der Erwartungen gemeldet, dies reichte manchen Investoren aber nicht. So meinte ein Händler, das Unternehmen habe gezeigt, dass es nicht mehr in der Lage sei, auch die optimistischsten Prognosen noch zu übertreffen. Die Aktie ging 6,3 % in die Knie.

Auch andere große US-Unternehmen veröffentlichten gestern Zahlen - meist keine besonders guten. So überraschte die Investmentbank JP Morgan Chase die Investoren mit einem Verlust im vierten Geschäftsquartal. Die zweitgrößte US-Bank machte dafür vor allem Kreditverluste durch die Enron-Pleite und die Finanzkrise in Argentinien verantwortlich. Die Titel fielen um 3,5 %.

Aktien des weltgrößten Autobauers General Motors tauchten zunächst stärker in die Minuszone ab, nachdem der Konzern einen Gewinnrückgang um 58 Prozent im vierten Quartal gemeldet hatte. Bis zum Handelsende grenzten die Papiere den Abschlag auf 0,1 % ein.

Zu den Gewinnern gehörten auch die Aktien von AMR Corp., der Mutter von American Airlines. Die Titel stiegen um 0,9 %, obwohl AMR einen Rekordverlust von 798 Mill. $ veröffentlicht hatte. Größter Verlierer im S&P 500 waren die Aktien des US-Discounters K-Mart mit einem Minus von 35,1 %. An der Wall Street kursierten Gerüchte über einen Konkurs von K-Mart. Standard & Poor?s hatte angekündigt, die Aktie gestern nach Handelsschluss aus dem Index zu streichen.

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