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06.01.2004

21:30 Uhr

Ecclestone setzt auf Wachstumsregionen

Formel 1 droht Rückzug aus Europa

Formel 1-Organisator Bernie Ecclestone will sich verstärkt in Asien engagieren und ist dafür auch bereit, einige Formel-1-Rennen aus Europa in die Wachstumsregion zu verlagern.

HB MÜNCHEN. "Einige Rennen werden wir streichen müssen - früher oder später", sagte der 73-jährige Brite, dem selbst 25 % an der Rennserie gehören, dem am Donnerstag erscheinenden Magazin "Max" einer Vorabmeldung zufolge. "Die Sponsoren verlangen, dass wir uns in wachsenden Märkten tummeln. Der europäische Markt ist kein Wachstumsmarkt."

Ecclestone hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach angedeutet, sich künftig etwa verstärkt in Asien engagieren zu wollen. 2004 wird die Formel 1 erstmals in Bahrain und der chinesischen Hafenmetropole Schanghai starten. Indien ist für die Zukunft ebenfalls im Gespräch. "Ich glaube, dass Europa in zehn Jahren wirtschaftlich betrachtet zur Dritten Welt gehört. Asien und Amerika werden die Welt dominieren. Spätestens dann müssen wir dort etabliert sein", resümierte Ecclestone.

Zugleich plädierte Ecclestone an Europas größten Autokonzern VW, sich künftig ebenfalls in der Formel 1 zu engagieren. Er würde dies sehr begrüßen, sagte er im Rahmen des Interviews. "Volkswagen ist Marktführer in China. Dass die Formel 1 nun in Asien populärer wird, ist ganz sicher kein Gegenargument für VW." Bislang sind von den deutschen Konzernen nur DaimlerChrysler und BMW vertreten.

Erst vor Weihnachten hatten sich Ecclestone und die großen Formel 1-Autobauer nach rund einem Jahr Tauziehen auf eine gemeinsame Zukunft für die Rennserie geeinigt. Unter anderem hatte Ecclestone den Teams eine höhere Beteiligung an den Einnahmen zugesichert. Zugleich einigten sich die Parteien darauf, das Rennspektakel bald an die Börse zu bringen.

Damit wäre auch für die Bayerische Landesbank sowie die US-Investmentbanken JP Morgan und Lehman Brothers, die drei Viertel an der Formel 1 halten, eine Ausstiegsmöglichkeit gegeben.

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