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26.03.2003

09:22 Uhr

Ecofin will entscheiden

Duisenberg macht wohl bis Ende des Jahres weiter

VonR. Berschens, N. Häring, H. Schmitz, Handelsblatt

Der Präsident der Europäischen Zentralbank Wim Duisenberg wird voraussichtlich mindestens bis Jahresende im Amt bleiben. Die EU-Finanzminister würden bei ihrem informellen Treffen auf Kreta am 4./ 5. April über eine Verlängerung von Duisenbergs Amtszeit sprechen, hieß es in diplomatischen Kreisen in Brüssel.

BRÜSSEL/FRANKFURT/BERLIN. Man erwarte dazu einen Vorstoß des französischen Finanzministers Francis Mer. Wahrscheinlich werde der Franzose eine Verlängerung bis Jahresende vorschlagen, hieß es in den Kreisen. Im ungünstigsten Fall könne aber auch eine Verlängerung bis Mitte 2004 nötig werden.

Duisenberg hat seinen Rücktritt für den 9. Juli angekündigt, will aber notfalls länger an der Spitze der EZB bleiben. Dieser Notfall dürfte nun wegen juristischer Probleme seines designierter Nachfolgers, des französischen Notenbankchef Jean-Claude Trichet, eintreten. Trichet steht in Paris wegen des Bilanzskandals der Großbank Credit Lyonnais unter Anklage. Das Urteil fällt erst am 18. Juni. Danach droht womöglich ein Berufungsverfahren.

"Wenn sich die juristischen Probleme von Trichet über den 18. Juni hinaus hinziehen, könnte einer Verlängerung von Duisenbergs Amtszeit um ein ganzes Jahr nötig werden", sagte ein EU-Diplomat. Deshalb erwarten die Finanzminister von ihrem französischen Kollegen in Kreta Aufklärung über den Stand des Pariser Gerichtsverfahrens und einen Vorstoß zur Verlängerung der Amtszeit Duisenbergs. Auf Grundlage der Informationen aus Paris werde der Ecofin-Rat über eine Bitte an Duisenberg zur Verlängerung seiner Amtszeit entscheiden, hieß es übereinstimmend in Brüssel und Berlin. Aussprechen müssten diese Bitte letztlich die EU-Staats- und Regierungschefs.

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