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31.01.2007

10:25 Uhr

Edmund Stoibers Zukunft

„Ihr werdet euch wundern ...“

VonMaximilian Steinbeis

Edmund Stoiber feiert seinen 66. Geburtstag am 28. September. Zufall oder nicht, just an diesem Tag will die CSU ihren Parteitag abhalten und Stoibers Nachfolger wählen. Da stellt sich der ein oder andere seiner Getreuen bereits jetzt die Frage, was der Noch-CSU-Chef ab September machen wird.

BERLIN. Ihr werdet euch noch wundern, wenn ich erst Rentner bin." Mit dieser Zeile beginnt ein populärer Schlager von Udo Jürgens ("Mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schuss. Mit 66 ist noch lang noch nicht Schluss!"). CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer hat in diesen Tagen Anlass, an dieses Stück deutschen Liedguts zu erinnern. Der Anlass heißt - wen wundert?s? - Edmund Stoiber.

Der Noch-CSU-Chef feiert seinen 66. Geburtstag auf dem CSU-Parteitag im September, bei dem auch ein neuer Parteichef gewählt werden soll. Stoibers Nachfolger könnte Erwin Huber heißen oder Horst Seehofer, je nach Ausgang eines der dramatischsten Machtkämpfe, die die CSU in ihrer wechselvollen Geschichte je erlebt hat.

Neben der Frage Huber oder Seehofer steht aber noch eine weitere im Raum: Was wird Stoiber ab September machen? Da wird Ramsauer ganz nachdenklich: "Weder ist Edmund Stoiber gestorben" (wie weiland Franz Josef Strauß), "noch ist er krank" (wie Max Streibl). "Sondern er strotzt vor Kraft und Energie. Der verschwindet ja nicht." Dass der Aktenfresser Stoiber seine Tage damit zubringen könnte, daheim in Wolfratshausen Blumen zu gießen, mag sich in der CSU keiner recht vorstellen. Andererseits: In Berlin gibt es jedenfalls kein Amt für ihn. Irgendwas Internationales? Niemand wagt genauere Prognosen, und auch Ramsauer flüchtet sich ins Ungefähre. Sicher sei nur dies: "So etwas hat es noch nie gegeben in der CSU."

Fragt man nach bei Stoibers engstem Vertrauten, Amtschef Martin Neumeyer, erhält man diese Antwort: "Er wird sicherlich immer an der politischen Entwicklung der Partei, der Union, Deutschlands und Europas sehr interessiert bleiben und auch in der richtigen Weise und wohl dosiert seine Meinung und Erfahrung als langjähriger Regierungschef, der fast 30 Jahre in der ersten Reihe der Politik in Deutschland und in Bayern steht, das eine oder andere Mal zu wichtigen Entwicklungen, die über die Tagespolitik hinausgehen, einbringen und seine Meinung sagen." Kurz: Von einem Abschied aus der Politik ist keine Rede.

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