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01.08.2000

13:48 Uhr

Ein 20-Sekunden-Spot vor der Tagesschau um 20.00 Uhr kostet 72 000 Mark

Privatsender heben Werbetarife an

Die deutschen Privatsender heben ihre Werbepreise im kommenden Jahr zum Teil deutlich an, die ARD hält ihre Preise hingegen konstant.

dpa HAMBURG. Die deutschen Privatsender heben ihre Werbepreise im kommenden Jahr zum Teil deutlich an. Marktführer RTL wird bei der erfolgreichen Quiz-Show "Wer wird wird Millionär?" für den Spot bis zu 67 500 Euro (knapp 132 000 Mark) - das sind zwölf Prozent mehr - verlangen. Für andere Sendungen wie die Actionserie "Motorradcops" wird der Kölner Sender nach Angaben seines Vermarkters IP Deutschland die Preise jedoch senken.

SAT.1-Vermarkter Media wird die Tarife zum 1. Januar 2001 um durchschnittlich 2,9 Prozent anheben. MGM, das ProSieben vermarktet, will im Schnitt die Spotpreise im Durchschnitt sogar um 3,2 Prozent erhöhen. Dagegen will die ARD ihre Preise konstant halten. Das ZDF will seine Tarife erst in der kommenden Woche bekannt geben.

IP-Deutschland-Sprecher Jan Isenbart sagte am Dienstag, dass der Tausend-Kontakt-Preis (TKP) - der Preis zum Erreichen von 1 000 Zuschauern - in den über 40 Tarifgruppen bei der RTL-Gruppe und Vox im kommenden Jahr konstant bleiben werde. Auch der vor einem Jahr eingeführte pauschale Aufschlag von 18 Prozent für Kurzspots unter 20 Sekunden Länge werde beibehalten. Anhebungen werde es auch für die Fortsetzung von "Big Brother" bei RTL II geben. Der Sender wird für den Spot in der Show bis zu 23 000 Euro (45 000 Mark) verlangen.

Bei SAT.1 wird künftig ein 30-Sekunden-Spot im Durchschnitt 14 756 Mark kosten. Teurer wird es künftig in der "Quiz-Show", in der im Durchschnitt pro 30-Sekunden-Spot 52 110 Mark verlangt werden. Auch die besseren Quoten von "blitz" lässt sich der Berliner Sender künftig mit einer Anhebung von zwölf Prozent auf durchschnittlich knapp 21 000 Mark teurer bezahlen.

ProSieben begründet die Preiserhöhungen damit, dass man als einziger der drei großen Privatsender seinen Marktanteil bei der werbewichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr gesteigert habe. Große Erwartungen setzt der Sender in die Ausweitung von Stefan Raabs "TV Total", das künftig vier Mal wöchentlich (bisher nur montags) ausgestrahlt wird.

Wie die ARD Sales & Services-Werbung (AS&S) mitteilte, wird ein 30-Sekunden-Spot im "Ersten" im nächsten Jahr durchschnittlich 35 559 DM kosten. Spitzenreiter mit dem so genannten Best-Minute-Preis sind mit fast 72 000 Mark für nur 20 Sekunden die letzten Werbeminute vor der Tagesschau um 20.00 Uhr. Die ARD sendet am Tag 20 Minuten Fernsehwerbung zwischen 17.00 und 20.00 Uhr.

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