Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2001

23:18 Uhr

Handelsblatt

Ein Feierabend in der Gewinnzone

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Das gab es lange nicht mehr. Die Nasdaq schloss am Mittwoch zum zweiten Mal in Folge in der Gewinnzone. Sicherlich Grund zur Freude. Einige Marktbeobachter glauben nun, dass die Technologiebörse ihren Boden erreicht hat. Doch dass Wort Rezession schwebt trotz eines guten Tages wie ein Damokles-Schwert über den amerikanischen Märkten. Am Mittwoch jedoch hatten Investoren Lust, Schnäppchen zu jagen. Ganz oben auf der Einkaufsliste standen EMC, Oracle und Veritas.

Eine späte Rally hievte den Dow Jones Index am Nachmittag mit 80 Punkten in die Höhe. Auch das Börsenbarometer der 30 US-Standardwerte verabschiedete sich in der Gewinnzone. Anleger schlugen bei Computer- und Finanzaktien kräftig zu. Nur von defensiven Aktien hielten sich Investoren fern. Wal-Mart, Johnson & Johnson und Procter & Gamble waren die größten Gewichte auf der negativen Seite des Dow.



Als größtes Sorgenkind stellte sich Cisco heraus. Am Morgen wiesen Analysten darauf hin, die Aktie des Netzwerkausstatters sei nicht robust. Am Nachmittag ließ dann der CEO John Chambers die Bombe platzen: Die nachlassenden Investitionen in Technologie werden auch an Cisco nicht spurlos vorübergehen, meint Vorstand John Chambers. Zudem werde man die Neueinstellungen von Personal zurückfahren. Die Aktie fiel als meistgehandelter Wert mit drei Prozent ins Minus.



Finanzaktien profitieren von einer Empfehlung die Merrill Lynch seinem Kollegen J.P. Morgan Chase ausspricht. Die Analysten halten die Aktie für unterbewertet und setzen ein Kursziel von 75 Dollar. Darüber hinaus werde J.P. Morgan weitaus schneller von der Senkung der US-Leitzinsen profitierten als die Konkurrenten, nachdem das Institut erst kürzlich mit Chase Manhattan fusionierte. Auch Citigroup legten zu.



Kursgewinne verbuchen konnten auch Biotechnologieaktien. Optimismus, neue Medikamente könnten die Gewinne antreiben, verhalfen Werte wie Esperion Therapeutics zu Höhenflügen. Das Unternehmen wird in diesem Jahr beginnen, drei neue Herzmedikament zu testen.



Nach Börsenschluss meldete Yahoo! Quartalszahlen. Zwar konnte das Internetunternehmen die Analystenschätzungen mit 13 Cents Gewinn pro Aktie und auch die Umsatzprognosen erfüllen. Doch der Ausblick des Internetunternehmens erschüttert die Wall Street. Für das Jahr 2001 hat Yahoo! eine drastische Gewinnwarnung ausgesprochen. Demnach prognostiziert Yahoo! nur einen Umsatzanstieg von 14 Prozent. Nachbörslich startet die Aktie ihren Talflug mit 18 Prozent Verlust.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×