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14.03.2003

19:39 Uhr

Eindringen des Erregers wird verhindert

Neue Klasse von Aids-Medikamenten zugelassen

In den USA ist nach sieben Jahren erstmals wieder eine neue Klasse von Aids-Medikamenten zugelassen worden. Sie soll vor allem Patienten helfen, bei denen die bisherigen Mittel gegen den Aidserreger HIV nicht mehr wirken. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA gab am Donnerstagabend grünes Licht für das Medikament Fuzeon (Wirkstoff Enfuvirtide).

HB/dpa NEW YORK/NUTLEY. Das Mittel wird von der Schweizer Pharmafirma Roche und dem US-Unternehmen Trimeris angeboten. Eine Sprecherin von Roche in Nutley (US-Bundesstaat New Jersey) sagte, die Fuzeon-Zulassung für die Europäischen Union sei im September beantragt worden und werde noch in diesem Jahr erwartet.

Das Medikament gehört zu den neuen Fusionsinhibitoren, die bereits das Eindringen der Viren in die Immunzellen des Menschen verhindern. Die Viren können sich dann auch nicht mehr vermehren. Dagegen attackieren die bisherigen Mittel den Aidserreger erst nach seinem Vordringen in die weißen Blutzellen und verhindern, dass er sich dort vermehren und ausbreiten kann.

Nach Angaben der FDA könnten allein in den USA bis zu 100 000 Patienten von Fuzeon profitieren. Das wäre knapp jeder zehnte HIV- Infizierte.

Sorgen bereitet der Gesundheitsbehörde, dass das neue Medikament gespritzt werden muss und nicht wie bisherige Mittel als Pille zur Verfügung steht. Laut FDA sind täglich zwei Injektionen nötig. Außerdem ist das Präparat erheblich teurer als die sonst übliche Kombinationstherapie aus verschiedenen Tabletten. Diese auch als "Medikamenten-Cocktail" bekannte Therapie kostet in den USA rund 15 000 Dollar (14 000 Euro) pro Patient im Jahr. Fuzeon soll wegen seiner komplizierten Herstellung mit 20 000 Dollar jährlich zu Buche schlagen.

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