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28.05.2000

14:04 Uhr

Eine Kooperation mit Yahoo bringt Weltausstellung Klage ein

Telekom: Expo tanzt auf zwei Hochzeiten

Unmittelbar vor dem Start hat sich die Expo-Gesellschaft mit einem ihrer großen Weltpartner überworfen. Auslöser des Streits ist eine Kooperation der Weltausstellung mit Yahoo.

dpa HANNOVER. Die Telekom bestätigte am Sonntag einen "Focus"-Bericht, demzufolge sie gerichtlich gegen die Expo vorgegangen ist. Auslöser ist demnach eine Partnerschaft der Expo mit dem Telekom-Konkurrenten Yahoo. Der Webkatalog ist Expo-Produktpartner für Online-Auktionen und Internet-Suchmaschinen. Expo-Sprecher Andreas Lampersbach sagte, er sei "zuversichtlich, dass eine einvernehmliche Lösung erreicht wird".
Die Telekom hatte sich als erster so genannter Weltpartner bei der Expo engagiert und mindestens 30 Mill. DM eingebracht. Telekom-Sprecher Ulrich Lissek bestätigte, dass der Konzern eine Einstweilige Verfügung erwirkt hat. Die Telekom sehe durch den Einstieg von Yahoo ihre Rechte als Exklusivsponsor eindeutig verletzt. "Wir sind dort entschlossen, unsere Rechte durchzusetzen", sagte Lissek. Über die Höhe eines möglichen Schadenersatzanspruchs wollte er aber nichts sagen. "Wir warten jetzt ab, wie die Expo reagiert, dann werden wir gegebenenfalls weitere rechtliche Schritte prüfen." Jedenfalls sei es nicht hinnehmbar, dass die Expo zwischen den Rechten von T-Online und der Telekom unterscheide. "Wir treten als Gesamtkonzern auf, T-Online gehört zur Telekom", meinte Lissek weiter.



Expo-Sprecher Andreas Lampersbach sagte, es handele sich lediglich um einen Streit zwischen der Telekom und dem Internetunternehmen Yahoo. Es würden seit längerem intensive Gespräche darüber geführt. Die Partnerschaft der Expo mit Yahoo berühre den Vertrag mit der Telekom nicht. Ein Gerichtstermin ist am kommenden Dienstag - zwei Tage vor Eröffnung der Weltausstellung - angesetzt.



Die Expo will trotz gerichtlicher Androhung eines Ordnungsgeldes den Vertrag mit Yahoo nicht auflösen. Marketingchef Thomas Borcholte sagte dem "Focus": "Nach unserer Interpretation sind die Exklusivrechte der Telekom nicht beeinträchtigt." Der Vertrag beinhalte weder Online-Auktionen noch die Internetsuche.
Telekom-Mann Hünseler sieht das anders. "Telekommunikation beinhaltet alle Netzdienstleistungen - inklusive Internet. Wenn der Vertrag mit Yahoo nicht gelöst wird, werden wir klagen".

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