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06.01.2001

00:58 Uhr

Die Optimisten bekommen zur Zeit richtig einen auf den Deckel. Jedesmal, wenn sie sich wieder aus der Deckung wagen und einen Börsenaufschwung voraus sagen, wendet sich sich das Blatt.



Es gibt viele Weisheiten die das Marktgeschehen begleiten. Die Börse ist keine Einbahnstraße. Richtig. Und: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Auch richtig. Oder anders ausgedrückt bedeutet das: Eine Zinssenkung allein reicht eben nicht aus, um die Aktienmärkte nachhaltig zu Kursgewinnen zu verhelfen.



Der Überraschungseffekt half nicht. Die Notenbank reduzierte den US-Leitzins zur Wochenmitte überraschend und unerwartet stark. Das letzt Mal das die US-Fed die Leitzinsen um 50 Basispunkte senkte, liegt bereits neun Jahren zurück. Anleger hatten frühsten mit einer Senkung der Leitzinsen auf der nächsten Notenbanksitzung Ende Januar gerechnet. Der Markt hatte mit einer Reaktion der US-Fed gerechnet, nachdem sich die Zeichen häuften, dass die USA in eine Rezession rutschen könnten.



Nur: bis sich niedrigere Zinsen auf die Wirtschaft positiv durchschlagen und das Investitionsvolumen wieder steigen wird, muss noch viel Zeit vergehen, da sind.



Ein buntes Potpourri aus Stimmungen und Wirtschaftsdaten, schlechten Unternehmensnachrichten und Analystenabstufungen sorgte für saftige Verluste am ersten Handelstag des neuen Jahres. Am Mittwoch verbuchte die Nasdaq nach der Zinsentscheidung den größten Tageszuwachs ihrer Geschichte. Der Index des High-Tech-Segments legte 14 Prozent an Werten zu.



In wenigen Tagen wird es sicher weitere Steinschläge auf dem Bergweg nach oben geben. Denn dann werden Gewinn- und Umsatzwarnungen auf die Börse niederprasseln. Anleger hoffen, dass Notenbankchef Alan Greenspan Ende des Monats den Leitzins abermals auf der kommenden Notenbanksitzung um einen Viertelprozentpunkt senken wird.



Es könnte so viele Gewinn- und Umsatzwarnungen wie noch nie geben, so das Ergebnis der Analystenbefragungen. Es gibt nicht zu letzt aus diesem Grund nur wenige Experten, die eine baldige Erholung der Märkte erwarten.



Auch der Einzelhandelssektor hat sein Päckchen zu tragen. Das Weihnachtsgeschäft war für viele Einzelhändler eines der schlechtesten seit vielen Jahren. Wal-Mart hat so allen Grund zum Jammern. Der größte US-Einzelhändler konnte seinen Weihnachtsumsatz im Vergleich zum Vorjahr nicht verbessern.



Aber nicht nur der Einzelhandelssektor gehörte zu den Verlierern, auch der Pharmabereich notierte schwächer. Gewinner der letzten Woche waren die Technologiewerte Intel, IBM und Microsoft, die sich in dieser Woche ebenso verbessern konnten, wie die Finanztitel J.P. Morgan und Citigroup.

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