Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.01.2007

11:21 Uhr

Einigkeit beim Klimaschutz gefordert

Merkel wirbt für transatlantische Initiative

VonJoachim Dorfs

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Initiative zu einer transatlantischen Wirtschaftskooperation verteidigt. In der Rede zur Eröffnung des World Economic Forums sagte sie, dass sie zwar "binnenmarkt-ähnliche Strukturen" zwischen der EU und den USA anstrebe, sich dieser Ansatz aber nicht gegen andere richte.

DAVOS. Am Samstag wollen die Handelsbeauftragten der USA, der EU, Indiens und anderer unter der Regie von WTO-Generaldirektor Pascal Lamy in Davos noch einmal einen Anlauf unternehmen, die festgefahrenen Gespräche zur Doha-Welthandelsrunde zu beleben. Der Einfluss von bilateralen Handelsgesprächen, wie Merkel sie mit den Vereinigten Staaten auf dem EU-USA-Gipfel Ende April in Washington besprechen will, ist umstritten. Wirtschaftsstaatssekretär Bernd Pfaffenbach, der G8-Sherpa der Kanzlerin, warnte jüngst im Handelsblatt vor der Gefahr, dass sich andere Staaten in Asien oder Südamerika verprellt fühlen. Merkel hingegen lud gestern alle Länder, die die Ideen der "Förderung von freiem Handel und Investitionen" teilten ein, der nordamerikanischen Initiative beizutreten.

Die Bundeskanzlerin, die von Forum-Gründer Klaus Schwab in ihrer Eigenschaft als EU-Ratspräsidentin und amtierende G8-Vorsitzende eingeladen worden war, warb in ihrer Rede für die Globalisierung, forderte die über 1 000 anwesenden Manager aber dazu auf, die Sorgen der Menschen vor der Globalisierung ernst zu nehmen. Zwar böten sich mit dem neuen globalen Kräfteverhältnis neue Chancen, da das ökonomische Potenzial der Erde auf mehreren Schultern ruhe. Gleichzeitig entstehe daraus die Verantwortung, die Veränderungen politisch zu gestalten, um die negativen Auswirkungen für bestimmte Länder oder Bevölkerungsschichten abzufedern. Auch Forum-Gründer Klaus Schwab hatte zuvor vor wachsenden Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft gewarnt.

Die Kanzlerin forderte die anderen G8-Mitglieder vor allem zur Einigkeit in Fragen wie Klimaschutz und Energieeffizienz auf. Nur dann habe der Zusammenschluss der wichtigsten Industrieländer die Glaubwürdigkeit, auch Schwellenländer bei diesen Themen in die Verantwortung zu nehmen. Der G8-Gipfel in Heiligendamm soll vor allem die großen Schwellenländer - China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika - in diesen Prozess einbinden. In diesem Zusammenhang unterstützte Merkel die Ankündigung von US-Präsident George W. Bush, den US-Benzinverbrauch in den nächsten zehn Jahren um 20 Prozent zu reduzieren. "Damit kann man in einen vernünftigen Wettbewerb eintreten", sagte Merkel. Darüber hinaus würde sie es begrüßen, wenn sich etwa die 20 größten US-Konzerne beim Präsidenten für den Klimaschutz einsetzten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×