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04.01.2002

00:00 Uhr

Es war so logisch: Einkaufen im Internet ist was für Männer, Frauen shoppen lieber im richtigen Leben, sprich: Laden. Denn Frauen brauchen das Einkaufs-Erlebnis, das Anfassen, Anprobieren, Ausprobieren. Männer dagegen beschäftigt nur, wann sie endlich aus dem Laden raus kommen, damit sie einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen können, etwa, eine Zigarette zu rauchen. Das Internet ist ideal für männliche Einkaufende: Mann kann zu Hause im Bademantel alles Notwendige bestellen, mit dem Bier bei der Hand, und das Problem mit dem Rauchen ist auch gelöst.

Seit diesem Weihnachten ist alles anders: Erstmals übernahmen die Frauen auch im Internet die Herrschaft über die Läden. Eine Studie des "Pew Internet and American Life Project" hat herausgefunden, dass in dieser Weihnachtssaison mehr US-Frauen eingekauft haben als Männer. 58% der insgesamt 29 Millionen Netzeinkäufer - im Vorjahr waren es nur 20 Millionen gewesen - waren weiblich. Und das Schlimmste: Sie haben es auch noch mehr genossen als die Männer. Mehr als ein Drittel der Frauen hatten "großen Spaß" am Netzshopping, während nur 17 % der Männer das gleich behaupteten und 29 % (Frauen: 15 %) sagten, sie fanden es gar nicht toll.

Immerhin gibt es auch gute Nachrichten für die Laden-Besitzer im Netz: Die Leute - ungeachtet, welchen Geschlechts - haben mehr Geld im Internet ausgegeben. Um 19 % auf 392 $ stieg der Umsatz pro Kopf im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Immerhin: Für ein Viertel der Netzeinkäufer war es ein Jungfernkauf, und die Neulinge und junge Leute haben das Shoppen am Bildschirm auch am meisten genossen.

Dass die Online-Händler noch Potenzial zum Ausschöpfen haben, hat die Studie auch gezeigt: Drei Viertel der Internet-Nutzer in den USA haben ihre Weihnachtsgeschenke lieber offline gekauft. Die Angst vor Kreditkartenbetrügern hielt viele zurück - und eben das Bedürfnis, die Dinge anzufassen, bevor man oder frau sie kauft. Auch nächste Weihnachten werden die Männer wohl mit der Zigarette in der Hand in der Kälte vor den Schaufenstern auf das Erscheinen ihrer Liebsten warten. Lang lebe das Klischee.

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