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06.06.2000

13:55 Uhr

Einnahmen gehen in Fonds zur Rentensicherung

UMTS-Lizenzen kosten in Frankreich 9,75 Mrd. DM

Der französische Staat wird durch die Vergabe der multimediafähigen Mobilfunkfrequenzen in Frankreich einem Pressebericht zufolge 130 Mrd. Franc (39 Mrd. DM) einnehmen.

afp PARIS. Frankreich wird seine vier nationalen UMTS-Mobilfunklizenzen für je 32,5 Milliarden Franc (9,75 Milliarden Mark) auf 15 Jahre verpachten. Das gab der Finanz- und Wirtschaftsminister Laurent Fabius am Dienstag vor der Pariser Nationalversammlung bekannt. Die UMTS-Lizenzen sollen anders als in Großbritannien und Deutschland damit nicht meistbietend versteigert, sondern auf Antrag durch die Regierung zugeteilt werden. Jeder Lizenznehmer soll laut Fabius die Hälfte der geforderten Summe sofort entrichten, die andere Hälfte muss in den folgenden Jahren als Pacht gezahlt werden. Die Vergabe der vier multimediafähigen Mobilfunkfrequenzen wird dem französischen Staat so 130 Milliarden Franc (39 Milliarden Mark) einbringen. Die Einnahmen sollen im Wesentlichen in einen Fonds zur Rentensicherung fließen, gab Fabius an.

Die französischen Konzerne France Télécom, Bouygues Telecom und SFR gelten als sichere Kandidaten für eine Lizenzvergabe. An einer französischen UMTS-Lizenz hatte unter anderen auch die Deutsche Telekom Interesse angemeldet.

Das "Universal Mobile Telecommunication System" (UMTS) gilt als Zukunftstechnik im Mobilfunk und ermöglicht es, Internet-Anwendungen über das Handy zu nutzen. Es soll die mobile Datenkommunikation ab 2002 deutlich beschleunigen und Handy-Nutzern binnen Sekunden den Zugang zum Internet ermöglichen.

Die Versteigerung der UMTS-Lizenzen in London brachte der britischen Regierung Ende April Rekordeinnahmen in Höhe von 22,48 Mrd. Pfund (gut 75 Mrd. DM). Bei der am 31. Juli beginnenden UMTS-Versteigerung in Deutschland wird mit Einnahmen von bis zu 120 Mrd DM gerechnet. In Frankreich hatten Pläne zu einer Versteigerung heftige Kritik hervorgerufen. Unter anderem wurde befürchtet, die Konzerne könnten die horrenden Summen nur finanzieren, indem sie ihren Kunden höhere Tarife aufbürden.

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