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07.02.2002

16:32 Uhr

Einzelhandel und Airlines legen zu

Wall Street: Techs bleiben schwach

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Seit vier Tagen zieht es die Wall Street kontinuierlich ins Minus. Von anfangs dramatischen Kursstürzen erholt sich der Markt (noch) nicht. Zum einen geht nach wie vor die "Enron-itis" um, zum anderen machen die Quartalszahlen von Cisco nicht eben Hoffnung und auch WorldCom hat die Erwartungen verfehlt. Am Donnerstagmorgen startet der Dow Jones mit 40 Punkten im Plus, die Nasdaq hingegen erneut mit einem leichten Plus.

Aus dem Arbeitsmarkt kommen am Morgen erneut gute Nachrichten. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sind um 15 000 zurück gegangen. Nur noch 376 000 Amerikaner haben sich erstmals Geld vom Staat geholt, das sind deutlich weniger als die Wall Street erwartet hatte. Über die anhaltende Schwäche im Arbeitsmarkt - nach Massenentlassungen seit Herbst und bei einer aktuellen Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent - kann dies aber nicht hinwegtäuschen.

Die wichtigste Meldung des Tages kommt von Cisco . Nachdem der Netzwerkriese am Mittwoch mit einem verfrühten Blick auf die Quartalszahlen überrascht hatte, liegen nun Details und ein Ausblick vor. Mit einem Gewinn von 660 Mill. Dollar oder 9 Cent pro Aktie bei einem Umsatz von 4,8 Mrd. Dollar liegt man über den Prognosen. Doch die Aussichten sind nicht rosig: Im laufenden Quartal werde Cisco kein weiteres Umsatzplus verbuchen, oder höchstens eines im niedrig einstelligen Prozentbereich. Analysten sind sich nicht einig: Die ABN Amro und die Credit Suisse First Boston raten, die Aktie zu "kaufen", die Dresdner Kleinwort Wasserstein stuft die Aktie auf "verkaufen" ab. Cisco verliert 7,6 Prozent, auch die Zulieferer Intersil, Integrated Device und Cypress Semi stehen unter Verkaufsdruck.

Auch der gebeutelte Telekom-Riese Worldcom, dessen Kurs die Angst vor eventuellen Bilanzfälschungen mehr als halbierte, legt Zahlen vor. Das Unternehmen weist für das abgelaufene Quartal einen Gewinnrückgang um 64 Prozent auf 258 Mill. Dollar aus, der Umsatz ist um 12 Prozent auf 8,5 Mrd. Dollar gesunken. Unter?m Strich verfehlt man die Gewinnerwartungen der Wall Street um 1 Cent, was besser ist als Beobachter nach den Wirren der letzten Tage erwartet hatten. Worldcom verbessert sich um 14 Prozent.

Stark präsentiert sich am Morgen der Einzelhandel. Zahlreiche Unternehmen geben Einblick in die Verkaufszahlen und legen im frühen Handel bis zu 5 Prozent zu. Die Modekette Ann Taylor verzeichnet ein Umsatzplus von 14,3 Prozent für den Januar und hebt die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal auf 34 Cent pro Aktie, für das Jahr 2002 auf bis zu 2 Dollar pro Aktie an. Modediscounter JC Penney verzeichnet ein Umsatzplus von 5 Prozent, die Kindermode-Kette The Children?s Place spricht von 7 Prozent Steigerung. Sears Roebuck verkaufte 3,4 Prozent mehr Ware als im Vormonat und Federated Department Stores , die Holding hinter Macy?s und Bloomingdale?s verzeichnet ein Plus von 8,8 Prozent.

Einen Umsatzrückgang muss hingegen The Gap hinnehmen. Die Kette, um die sich weiter Konkurs-Gerüchte ranken, hat im Januar 16 Prozent weniger verkauft als im Vormonat. Das Unternehmen rechnet mit einem Quartalsverlust von bis zu 5 Cent pro Aktie. Für die meisten Analysten ist die Aktie seit Monaten nur noch haltenswert, am Donnerstag verbessert sich der Titel um 3,6 Prozent.

Die Analysten der ABN Amro stützen am Donnerstag den Airlinesektor. Mit Delta , Continental und Nothwest Airlines sowie AMR, der Holding hinter American Airlines, stufen sie vier Carrier auf "kaufen" auf. Die Experten sehen "deutliches Kurspotential", wenngleich sie weniger die Stärke der Unternehmen als vielmehr die "verbesserten Aussichten für die US-Wirtschaft" als Grund anführen. Die Aktien der vier Fluggesellschaften legen zwischen 1,5 und 2,5 Prozent zu.

Schlechte Nachrichten gibt es für die Unternehmen aus der Pharma- und Biotechbranche. Die US-Arzneimittelbehörde FDA, die über die Marktzulassung eines jeden Medikaments bestimmt, wird die Gebühren für die Firmen erhöhen. Nach einem erwarteten Gewinn von 169 Mill. Dollar in 2002 will man im nächsten Jahr ein Einnahmeplus von 60 Prozent erreichen. In ersten Reaktionen zeigen sich Branchenvertreter empört.

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