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12.01.2001

17:08 Uhr

Einzige Frau im Männer-Gefängnis

Plavsic bleibt vorerst im Gefängnis bei Den Haag

Die ehemalige Präsidentin der bosnischen Serbenrepublik wird bis mindestens Mitte kommender Woche im Gefängnis des UNO-Kriegsverbrechertribunals bleiben. Sie ist die erste Frau, die von dem Tribunal in Den Haag angeklagt ist.

rtr DEN HAAG. Die ehemalige Präsidentin der bosnischen Serbenrepublik, Biljana Plavsic, wird nach offiziellen Angaben bis mindestens Mitte kommender Woche im Gefängnis des UNO-Kriegsverbrechertribunals bleiben. Bis weitere Anordnungen vorlägen, werde sie in Scheveningen bei Den Haag einsitzen, sagte ein Sprecher des Gerichts. Plavsics Anwalt Krstan Simic hatte ihre Verlegung gefordert, da sie die einzige Frau unter den 35 Häftlingen sei. Simic will zudem Plavsics Rückkehr nach Bosnien bis zum Prozessbeginn beantragen. Die 70-Jährige ist die erste Frau, die von dem Tribunal in Den Haag angeklagt ist. Sie soll sich wegen Kriegsverbrechen zu Beginn des Bosnienkrieges 1991 und 1992 verantworten.

Am Donnerstagabend hatten sich Gerichtspräsident Claude Jorda und die Chefanklägerin des Tribunals, Carla del Ponte, mit Simic getroffen, um dessen Antrag auf Verlegung seiner Mandantin zu besprechen. Das Gespräch wurde auf Mittwoch vertagt. Simic hatte am Donnerstag gesagt, dass Plavsic "etwas deprimiert" von den Haftbedingungen sei. Selbst wenn ein Bereich extra für Plavsic hergerichtet werde, müsste sie noch immer ausschließlich von Männern umgeben leben und wäre völlig isoliert, sagte Simic.

Die Biologie-Professorin Plavsic war Stellvertreterin des Serbenführers Radovan Karadzic, der wie sein Militärchef Ratko Mladic ebenfalls unter Anklage steht. Beide halten sich versteckt.

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