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30.04.2003

12:37 Uhr

El Kaida nicht in die Entführung verwickelt

Sahara-Touristen von Banditen entführt

Die 31 verschwundenen Sahara-Touristen sollen nach Angaben des französischen Rundfunksenders RFI von Schmugglern entführt worden sein. Zurzeit werde über ein Lösegeld von mehreren Millionen Dollar verhandelt, meldete der Sender am Mittwoch.

HB/dpa ALGIER/PARIS. Er berief sich dabei auf Angaben der algerischen Behörden. Die Touristen, die seit Monaten spurlos verschwunden sind, seien wohlauf und würden in Südalgerien im Dreieck zwischen Illizi, Tamanrasset und Djanet festgehalten. Sie seien nicht wie zuvor befürchtet in den Händen von Islamisten oder Mitgliedern des Terrornetzwerkes von El Kaida.

Eine geplante Militäraktion der Algerier sei auf Wunsch der Regierung in Berlin unterblieben, berichtete der Sender. Die Schmuggler-Bande, dessen Chef den algerischen Behörden bekannt sein soll, sei auf den Handel mit Waffen, gestohlenen Fahrzeugen und Zigaretten spezialisiert und seit über zehn Jahren im Gebiet zwischen Algerien, Mali, Niger und Mauretanien aktiv.

Geldmangel habe die Schmuggler zu dieser Aktion veranlasst. Ihre traditionellen Verbindungen zu Netzwerken der Islamisten, durch die sie sich bislang finanziert hätten, seien abgebrochen. Deshalb hätten die Schmuggler die Entführung der Touristen beschlossen, zu denen auch 15 Deutsche gehören. Die französische Tageszeitung "Le Monde" hatte bereits am Dienstag über entsprechende Spekulationen berichtet, wobei allerdings die islamistische algerische Terrorgruppe GSPC als Entführer genannt wurde.

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