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08.01.2003

14:59 Uhr

Elber vermisst Respekt

Kuffour trainiert wieder in München

Sammy Kuffour wagt den ersten Schritt zurück ins alltägliche Leben, Jens Jeremies pokert weiter um einen neuen Vertrag und Giovane Elber präsentiert sich im Trainingslager des FC Bayern München einmal mehr als "launische Diva".

HB/dpa MARBELLA/MÜNCHEN. Nur fünf Tage nach dem Tod seiner einjährigen Tochter Godiva hat der 26 Jahre alte Kuffour am Mittwoch in München wieder seine Arbeit als Fußball-Profi aufgenommen. Mit Amateurtrainer Hermann Gerland absolvierte der Nationalspieler aus Ghana nach Vereinsangaben ein Einzeltraining. Kuffour wird allerdings nicht mehr nachträglich nach Spanien reisen, wo sich seine Teamkollegen noch bis zum Samstag intensiv auf die zweite Saisonhälfte vorbereiten.

"Sammy Kuffour wird am Montag beim Laktattest in München erstmals wieder mit der Mannschaft zusammen sein", teilte Bayern-Sprecher Markus Hörwick in Marbella mit. Kuffour war am Dienstagabend mit Ehefrau Francisca aus Ghana nach Deutschland zurückgekehrt. Seine Tochter war am vergangenen Freitag in Accra in einem Swimmingpool ertrunken und zu Wochenbeginn in der Hauptstadt Ghanas beerdigt worden. Bis zum Wochenende soll der Abwehrspieler zunächst mit der Regionalliga-Mannschaft des FC Bayern in München trainieren.

Im Transfer-Poker zwischen Jeremies und dem FC Bayern zeichnet sich trotz beidseitiger Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit über die laufende Saison hinaus keine rasche Entscheidung an. "Zur Zeit ist noch nichts passiert", erklärte der 28-Jährige am Mittwoch in Marbella zum Stand der Verhandlungen. Die "harten Fakten" wie Vertragslaufzeit und Gehalt seien noch nicht besprochen worden. Der Mittelfeldspieler deutete aber an, dass er in München bleiben will. "Es gibt wenige Gründe zu wechseln", meinte Jeremies. Einen Wechsel innerhalb der Bundesliga schloss er "zum heutigen Tag" aus.

Geld und Perspektive sind anscheinend die Knackpunkte bei den Verhandlungspartnern. In Zeiten sinkender Einnahmen will auch der Bundesliga-Krösus die Gehälter senken - einem Abschluss mit dem gut verdienenden Jeremies kommt insofern Signalwirkung zu. Und sportlich ist innerhalb der Vereinsführung umstritten, ob der 28-Jährige auf der wichtigen Position im defensiven Mittelfeld der richtige Mann für die Zukunft ist. Zwar stand Jeremies in der Bundesliga-Vorrunde als einziger Bayern-Profi in allen 17 Spielen auf dem Platz, trotzdem nannte Trainer Ottmar Hitzfeld seine Leistung "verbesserungswürdig". Hitzfeld: "Er muss auf dieser Position Akzente setzen."

Tore werden von Angreifer Elber erwartet. Doch der spätestens im Sommer 2004 den FC Bayern verlassende Brasilianer könnte sich schon in der Rückrunde zu einem echten Problemfall entwickeln. Sein Einsatz auf dem Trainingsplatz in Marbella schwankt zwischen hochmotiviert und lustlos - und zur Vereinsführung geht er deutlich auf Distanz. "Ein bisschen Respekt hat gefehlt", beklagte sich der Stürmerstar am Mittwoch über die kritischen Töne nach schwächeren Leistungen während der ersten Saisonhälfte. Wen er mit dem Vorwurf konkret meine, wollte Elber nicht verraten, Ottmar Hitzfeld aber sei nicht gemeint: "Vom Trainer ärgert mich gar nichts", betonte Elber: "Er ist der einzige, der alles sagen darf."

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