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10.01.2003

08:16 Uhr

Elektronikshow CES in Las Vegas hat begonnen

Microsoft will jetzt Uhren verkaufen

Niemand soll später sagen können, er hätte nicht gewusst, was die Stunde geschlagen hat: Noch 2003 plant Bill Gates ins Uhrengeschäft einzusteigen. Die Firmen Citizen, Fossil und Suunto planen, noch bis Herbst 2003 Armbanduhren mit Internetanbindung auf den US-Markt bringen. Dies wären die ersten praktischen Ergebnisse von Microsofts angekündigter "Spot"- Technologie (Smart Personal Objects Technology).

pos LAS VEGAS. Neben der drahtlosen Videoübertragung und der Verheißung des vernetzten Haushalts gehörte "Spot" zu Gates zentralen Themen bei der Eröffnung der Consumer Electronics Show in Las Vegas, die vom 9. bis 12. Januar stattfindet. Genaue Termine oder gar Preise für die E-Mail-Uhren wurden jedoch noch nicht genannt. Dafür konnte Gates allerdings erneut als schlagfertiger Entertainer überzeugen, der die Lacher auf seiner Seite hatte.

Ob das allerdings ausreicht, um als Leitfigur der Unterhaltungselektronik Bestand zu haben, wird sich noch zeigen müssen. "Das ist nicht die Computermesse Comdex, meint ein Branchenmanager auch. "Wer hierhin kommt, will sehen, was Weihnachten in den Regalen steht, nicht, was 2005 oder noch später Trend sein wird". Und ob das für die Online-Uhren bis dahin benötigte Übertragungstechnik "Directband", eine Gemeinschaftsentwicklung von Microsoft und SCA Data Systems, fertig ist, muss abgewartet werden. Den Aufbau des Netzwerks in den USA und Teilen Kanadas sollen Netzanbieter wie etwa Clear Channel übernehmen. Maßgeblich beteiligt ist auch Chip-Riese National Semiconductor mit einen kompakten Chipsatz, der mehrere Anwendungen sowie einen leistungsstarken Empfänger auf kleinstem Raum vereinigt.

Und während sich Gates an der Uhrenfront tummelt und drahtlose Monitore vorstellt, formiert sich auf der Elektronik-Show in Las Vegas der Widerstand, vor allem die Japaner sehen ihre Domäne gefährdet. Firmen wie Pioneer oder Panasonic stellten ihre Lösungen für Heimnetzwerke vor, Panasonic will 2004 gleich kabellos Musik und hoch auflösendes Fernsehen - kopiergeschützt - im Haus verteilen und auch digital aufzeichnen. Die Verbreitung soll über Funk in Form von Wireless LAN erfolgen, die neusten Standards sind mittlerweile so ausgereift, dass sie auch Fernsehsignale störungsfrei verteilen.

Den ersten vollständig integrierten MPEG-Netzwerkchip für das kabellose Fernsehvergnügen will der kanadische Chip-Spezialist ViXS heute präsentieren: Er verspricht erstmals die Demonstration einer drahtlosen simultanen Video-Übertragung auf mehrere Endgeräte wie TV oder Taschencomputer in Fernseh-Qualität. Die Vision: Der Fernseher wird zur zentralen Schaltstelle eines vernetzten Haushaltes.

Eine Vorstellung, die den Inhabern von Film-, TV oder Musikrechten nicht recht behagt. Denn vor allem sie leiden unter der immer perfekteren Verbreitungs- und Vervielfältigungstechniken ihrer digitalen Inhalte. Hier setzen die Austeller auf der CES Maßstäbe. Und dass Cirrus Logic einen vielbeachteten neuen Chip auf den Markt gebracht hat, der es jetzt ermöglichen soll, die Preise von DVD-Recordern spürbar unter die 500 $-Marke zu drücken, lässt die Film- und Musikindustrie Böses ahnen.

Quelle: Handelsblatt

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