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28.04.2003

16:18 Uhr

Elektronisches Limitkontroll-System

Börse stärkt Optionsscheinhandel

Die Deutsche Börse will den Handel mit Optionsscheinen an der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) mit neuen Regeln attraktiver machen und damit in die Domäne der Börse Stuttgart eindringen.

Reuters FRANKFURT. "Die Regelwerkänderungen sollen den Handel an der FWB mit Optionsscheinen und Zertifikaten stärken", sagte eine Sprecherin der Deutschen Börse am Montag. Durch die Änderungen soll der Handel mit diesen Wertpapieren am Frankfurter Parkett schneller und transparenter ablaufen. Während die Deutsche Börse im Aktienhandel in Deutschland mit weitem Abstand Marktführer ist, laufen bei Optionsscheinen knapp 90 Prozent des Handels über die Börse Stuttgart.

Vor allem bei Privatanlegern erfreuen sich Optionsscheine und Zertifikate seit geraumer Zeit wachsender Beliebtheit. Die Mindeststandards für den Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen sollen am 1. Juli in Kraft treten. Finanzmarktexperten räumen der Börse angesichts des hohen Kostendrucks im Finanzgewerbe durchaus Chancen ein, dem Marktführer Konkurrenz zu machen.

Aktien-Optionsscheine sind in der Regel von Banken emittierte Finanzinstrumente, die während einer bestimmten Frist zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Aktie zu einer im Voraus vereinbarten Summe (Basispreis) berechtigen.

Zu den neuen Vorgaben gehört eine so genannte Mistrade-Regel, die der FWB das Stornieren von Geschäften ermöglicht, die zu nicht marktgerechten Preisen ausgeführt wurden. Damit soll eine faire Preisfindung sichergestellt werden. Außerdem wird den Angaben zufolge ein elektronisches Limitkontroll-System eingeführt, dass dem Händler (Skontroführer) am Parkett anzeigt, wenn eine Order direkt ausgeführt werden kann. Zudem dürfen in Zukunft keine Geschäfte zu Preisen abgeschlossen werden, die für den Anleger schlechter als die jeweiligen An- und Verkaufspreise (Quotes) der emittierenden Bank liegen.

Finanzmarktexperten räumen der Börse mit ihrer neuen Initiative durchaus Chancen ein. "Wer angesichts des aktuellen Kostendrucks in der Finanzbranche den Marktteilnehmern ein besseres, also ein schnelleres und damit günstigeres Angebot machen kann, hat durchaus Chancen Marktanteile zu gewinnen", sagte ein Frankfurter Analyst der namentlich nicht genannt werden wollte.

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