Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.01.2003

15:10 Uhr

dpa NAIROBI/ABIDJAN. Aus Protest gegen das von Frankreich vermittelte Friedensabkommen für das Krisenland Elfenbeinküste haben am Sonntag zehntausende Menschen auf den Straßen der Regierungsstadt Abidjan demonstriert. Sie steckten nach Berichten von Augenzeugen das französische Kulturzentrum und die Botschaft des Nachbarlands Burkina Faso in Brand. Beide Brände waren jedoch bis am Nachmittag unter Kontrolle. Französische Soldaten feuerten Warnschüsse in die Luft, um die Menge auseinander zu treiben.

Der ivorische Präsident Laurent Gbagbo mahnte seine Bevölkerung von Paris aus, wo er an einem afrikanischen Gipfeltreffen zur Besiegelung des Friedensabkommens teilnahm, zur Ruhe auf. Er kündigte seine sofortige Rückkehr nach Abidjan an.

Seine Anhänger warfen Frankreich vor, Gbagbo zur Unterzeichnung des Vertrags gedrängt zu haben, der den vier Monate währenden Konflikt zwischen ivorischen Rebellen und Regierung beenden soll. Wütende Jugendliche demolierten auch eine französische Schule und griffen Autos an, von denen sie glaubten, sie seien in Besitz französischer Staatsbürger. Sie errichteten brennende Barrikaden auf den Hauptstraßen.

Die französische Botschaft wurde nach Berichten von Anwohnern in Abidjan von rund 200 französischen Fremdenlegionären bewacht, die in der Nacht eingeflogen worden waren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×