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29.01.2001

20:22 Uhr

dpa-afx FRANKFURT. Die Wachstumswerte am Frankfurter Neuen Markt sind am Montag nicht in Schwung gekommen. Bei geringen Umsätzen war das junge Marktsegement im frühen Handel erst einmal ins Minus gerutscht, schaffte dann aber doch noch den Sprung in die Gewinnzone. Der Nemax 50 kletterte um 1,98 % auf 2 862,10 Punkte, der alle Werte umfassende Nemax-All-Share stieg um 1,01 % auf 2 852,24 Zähler.

"Der Markt wartet auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank", sagte ein Händler der Deutschen Bank. Für Dienstag und Mittwoch ist die weltweit mit Spannung erwartete Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses angesetzt. Allgemein wird eine Senkung der Leitzinsen um 50 Basispunkte erwartet. Bis dahin, so der Händler, werden hierzulande die Umsätze gering bleiben.

Einmal mehr stand der Münchner Filmrechtehändler EM.TV im Mittelpunkt. Nachdem in der vergangenen Woche Brancheninformationen zufolge die bis zum 31. Januar befristeten Exklusivverhandlungen mit der Kirch-Gruppe über deren Einstieg ins Stocken geraten waren, schloss nun ein Kirch-Sprecher eine Verlängerung dieser Gespräche nicht aus. Denn EM.TV gilt nicht zuletzt wegen seiner Formel-1-Beteiligung als interessanter Partner. Deshalb seien auch andere Unternehmen, darunter offenbar auch Automobilkonzerne, an einem Einstieg interessiert. Die Aktie von EM.TV verteuerte sich um 11,72 % auf 8,39 Euro.

Ein deutliches Plus von 12,57 % auf 21,05 Euro verbuchte i:FAO . Der Anbieter von Software für die Reisenbranche hatte am Morgen gute Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentiert. Die Marktposition des Frankfurter Unternehmens sei gut, meinte auch ein Händler einer süddeutschen Großbank. Trotz hoher Aufwendungen für die Markterschliessung hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge im vierten Quartal 2000 ein operativ positives Ergebnis erzielt. Besonders positiv bewertete der Händler die Gesamtleistung, die von 6,541 Mill. Euro im Jahr 1999 auf 9,678 Mill. Euro im vergangenen Jahr gestiegen war.

Weniger positiv waren dagegen die Zahlen, die von der Datasave AG präsentiert wurden. Denn der Konzernfehlbetrag wurde im Geschäftsjahr 1999/2000 auf minus 4,1 Mill. DM ausgeweitet und lag damit unter den Erwartungen, so ein Händler der Dresdner Bank. Nach Unternehmensangaben habe die Konsolidierung neuer Tochtergesellschaften den Verlust verursacht. Der Wert verlor 16,23 % auf 10,99 Euro.

Pandatel verteuerten sich um 12,91 % auf 62,80 Euro. Der Spezialist für Glasfaser-Übertragungstechnologie hatte am Morgen mitgeteilt, das er mit dem kanadischen Unternehmen Nortel Networks einen nicht-exklusiven Distributionsvertrag abgeschlossen habe. Die Vertriebsvereinbarung für fiberoptische Lösungen gelte für Europa und den Mittleren Osten.

Micrologica legten um 0,19 % auf 5,41 Euro zu, obwohl das Bergteheider Unternehmen am Morgen für das vierte Quartal einen deutlich verringerten Umsatz bekannt gegeben hatte. Vorläufigen Zahlen zufolge sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal von 6,6 Mill. Euro auf 3,3 Mill. Euro geschrumpft. Mit einem britischen Finanzinvestor habe der Computer- und Telekommunikationsspezialist die Option vereinbart, zusätzliches Eigenkapital von bis zu 5 Mill. Euro zu erhalten. Diese Nachricht habe den Kurs denn auch beflügelt, sagte eine Händlerin der Commerzbank. Phasenweise stieg die Aktie bis auf 6,75 Euro an, bevor die ersten schnellen Gewinne mitgenommen wurden.

Ein Plus von 11,38 % auf 5,48 Euro verbuchte die israelische Advanced Vision Technology, Ltd. . Der Anbieter von automatisierten, optischen Inspektionssystemen für die Druckindustrie schob den Umsatz im vergangene Jahr im Vergleich zum Geschäftsjahr 1999 um 36 % auf 12,04 Mill. USD an. Besonders das starke Wachstum des Unternehmens in den USA habe die Anleger beeindruckt, meinte dazu eine Händlerin.

Mit einem Verlust von 1,31 % auf 16,58 Euro startete die Dr. Hönle AG in die erste richtige Handelswoche. Seit des Börsenstarts am vergangenen Mittwoch verlor die Aktie damit 0,22 Euro. Der erste Ausgabepreis hatte 16,80 Euro betragen, der Emissionspreis lag bei 12 Euro.

Ein hohes Handelsvolumen wies erneut der niederländische Internethändler Letsbuyit.com auf. Die Aktie verteuerte sich um 3,23 % auf 0,64 Euro. Nach der Rettung in letzter Minute vor dem drohenden Konkurs würden vor allem Spekulanten die Aktie kaufen, sagten Händler.

Ein deutliches Plus von 35,56 % auf 6,10 Euro verbuchte die Gedys Internet Products AG . Der Softwareanbieter war Mitte Dezember deutlich abgesackt, nachdem er eine Umsatzwarnung heraus gegeben hatte. Demnach werde das angepeilte Umsatzziel von 16,5 Mill. Euro um mehr als ein Drittel verfehlt. Marktgerüchten zufolge würden die Ergebnisse nun doch etwas besser als ursprünglich erwartet ausfallen.

Intershop legte um 6,65 % auf 12,03 Euro zu. Nach der Gewinnwarnung Anfang Januar und dem darauf folgenden Kursrutsch hofften nun Anleger auf positive Prognosen bei der Vorstellung der Zahlen am Mittwoch, sagten Händler.

Mit einem Plus von 13,46 % auf 8,01 Euro beendete die MWG-Biotech AG den Handel. Unmittelbar nach Börsenschluss gab das Unternehmen dann in einer Pflichtmitteilung eine Änderung der Planzahlen für 2001 bekannt. Demnach müsse das Unternehmen aufgrund des nicht befriedigenden Geschäftsjahres 2000 den Businessplan für 2001 modifizieren. Erwartet werden nun für das laufende Jahr Umsatzerlöse von rund 147 Mill. DM. Erst Ende November hatte MWG-Biotech mit schlechten Zahlen für die ersten neun Monate für negative Schlagzeilen gesorgt. Für das Gesamtjahr 2000 erwartet das Unternehmen offenbar auch schlechte Zahlen. In der Pflichtmitteilung heißt es dazu: "Besonders das schwierig verlaufene US-Geschäft und die gewaltigen, zukunftsgerichteten Investitionen werde das Ergebnis der MWB AG-Biotech belasten".

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