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20.01.2003

12:56 Uhr

Emissionserlös für die Liquiditätsvorsorge geplant

Telekom plant Anleihe über eine Milliarde Euro

Die Deutsche Telekom will zur Umschuldung ihrer Verbindlichkeiten eine Fünf-Jahres-Anleihe mit einem Volumen von rund einer Milliarde Euro begeben.

Reuters BONN. Die Telekom teilte am Montag in Bonn mit, die Emission mit einer marktüblichen Rendite richte sich an eine breitere Investorenschicht sowie insbesondere an Sparkassen und Volksbanken. Veränderungen bei der Bonität der Telekom würden sich in einer Erhöhung oder Senkung der Nominalverzinsung (Kupon) niederschlagen. Die endgültige Festlegung der Emissionsdetails ist Unternehmensangaben zufolge für Ende nächster Woche geplant. Die Federführung bei der Emission liegt bei der DZ Bank und der WestLB.

Der Emissionserlös diene der Liquiditätsvorsorge des Unternehmens, teilte die Telekom mit. Die Netto-Verschuldung von zuletzt 64 Milliarden Euro werde sich durch die Begebung der Anleihe nicht erhöhen. Jüngsten Unternehmensangaben zufolge ist der Konzern bis zum Ende des dritten Quartals 2004 durchfinanziert. Neue Finanzmittel zur Finanzierung des Schuldendienstes und operativer Verluste müssten daher erst nach diesem Zeitpunkt am Markt aufgenommen werden.

Telekom geht in schneller Folge an den Kapitalmarkt

Mit der geplanten fünfjährigen Anleihe geht die Telekom in der derzeitigen Tiefzinsphase in schneller Folge an den Markt. Am Donnerstag hatte die Telekom kurzfristig eine 30-jährige Anleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro und einem Kupon von rund 7,58 Prozent begeben. 2003 sind nach Telekom-Angaben insgesamt Verbindlichkeiten in Höhe von rund sieben Milliarden Euro fällig.

Der Kupon der geplanten Telekom-Anleihe wird eine so genannte Step-Up-Klausel beinhalten, nach der sich der Nominalzins um 0,5 Prozentpunkte erhöht, sofern die beiden führenden Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's die Bonität der Telekom während der fünfjährigen Laufzeit der Anleihe senken sollten. Bei einer anschließenden Verbesserung des Ratings wird der Zinskupon dann wieder um 0,5 Prozentpunkte sinken.

Mitte Januar hatte Moody's seine Bewertung für die langfristigen Verbindlichkeiten der Telekom um zwei Stufen auf "Baa3" zurückgenommen. Damit ist die Telekom aus Sicht der Agentur nur noch eine Stufe vom so genannten Ramsch-Status entfernt. Moody's hatte den drastischen Rating-Schritt mit mangelndem Fortschritt beim Schuldenabbau begründet, was bei der Telekom auf Kritik stieß. Standard & Poor's sieht dagegen derzeit keinen Anlass, sein Telekom-Rating zu überprüfen.

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