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03.04.2003

10:51 Uhr

EnBW setzt auf neue Methode zur Bodensanierung

Elektroden ziehen Giftstoffe an

Industriebrachen können mit einem elektrokinetischen Verfahren, das vom Institut für Angewandte Geologie der Universität Karlsruhe entwickelt wurde, von Schadstoffen befreit werden, ohne dass der Boden abgetragen und behandelt werden muss.

hsn DÜSSELDORF. Bei der elektrokinetischen Bodensanierung werden speziell entwickelte Elektrodenpaare in den kontaminierten Untergrund eingebracht und durch Anlegen einer Gleichspannung ein elektrisches Feld erzeugt. Dieses elektrische Feld bewirkt, dass die im Porenwasser des Untergrunds gelösten Schadstoffe zu den Elektroden wandern, wo sie gesammelt und entfernt bzw. gebunden werden.

Das Verfahren ist für die Sanierung von gering durchlässigen Böden und Böden mit abwechselnd fein- und grobkörnigen Schichten geeignet. Ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens ist, dass auch Böden unter Gebäuden von giftigen Chemikalien befreit werden können. Dies belegen nach Angaben der EnBW Energie Baden-Württemberg AG verschiedene erfolgreich verlaufene Tests. Das Unternehmen hat die Entwicklung der Sanierungstechnik gefördert und in verschiedenen Demonstrationsprojekten untersucht. Künftig wird EnBW die Technik über das zur Tochter U-plus Umweltservice AG gehörende Unternehmen S-plus anbieten.

Die Technik hatte sich u.a. für die Beseitigung von Chromat und Phenol bewährt. Mit dem Verfahren sei es gelungen, die Schadstoffkonzentrationen in den Böden um bis zu 75 % bezogen auf die Anfangskonzentration zu verringern. Auch leicht flüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe, die als Lösemittel dienen und die am häufigsten nachgewiesene Schadstoffgruppe in Grundwasser und Boden sind, konnten nach Angaben von EnBW erfolgreich reduziert werden.

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