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22.01.2003

12:10 Uhr

Ende 2002 über 500 000 Kunden

MLP zieht positive Bilanz

Der Finanzdienstleister MLP hat vorläufig ein positives Fazit über sein Neugeschäft zum Jahresende gezogen und damit versucht, Spekulationen über ein schwaches Schlussquartal zu zerstreuen.

Reuters HEIDELBERG. Nach einer ersten Auswertung der Produktionszahlen habe sich das operative Geschäft im vierten Quartal vor dem Hintergrund des schwachen Marktumfeldes "sehr zufrieden stellend" entwickelt, teilte MLP am Mittwoch in Heidelberg mit. Die Kundenzahl, die als Gradmesser für die Entwicklung des Neugeschäfts gelte, habe zum Jahresende deutlich über den angepeilten 500 000 (Ende 2001: 453 000) gelegen. Die Meldung konnte den seit Tagen anhaltenden Abwärtstrend der MLP-Aktie aber nicht stoppen. Das Papier verlor 7,6 Prozent auf 9,09 Euro.

In der Lebens- und der Krankenversicherung liege das Makler- Neugeschäft über dem Niveau des Vorjahres, teilte MLP mit, ohne genaue Zahlen zu nennen. Andere Lebensversicherer hatten über ein lebhaftes Jahresend-Geschäft mit Riester-Policen berichtet. MLP will vorläufige Ertragszahlen am 12. Februar veröffentlichen.

Ende September hatte MLP bereits 495 000 Kunden ausgewiesen, Ende 2001 waren es 453 000 Kunden. Ursprünglich hatte sich der Versicherungs- und Finanzierungs-Vermittler 100 000 neue Kunden für 2002 zum Ziel gesetzt. Nach den massiven Negativschlagzeilen um seine Bilanzierungspraxis hatte MLP-Vorstandschef Bernhard Termühlen jedoch die Stabilisierung des vorhandenen Kundenstamms zur Priorität erklärt und die Kundengewinnung hinten an gestellt. "Die Nachricht hätte man sich schenken können, sie sagt nichts über den Geschäftsverlauf aus", kommentierte Analyst Thorsten Wenzel von der DZ Bank die Mitteilung. Zum Neugeschäft sage sie nichts aus. "Die Daten geben keinen Grund für eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung."

Zuletzt waren erneut Spekulationen aufgekommen, wonach das Neugeschäft im letzten Quartal des Jahres zusammengebrochen sei. Die Aktie war in den vergangenen drei Tagen deutlich stärker als der gesamte Markt unter Druck geraten. Analysten sehen die Aktie als besonders anfällig für den Abwärtstrend an den Börsen. MLP hatte im Börsenboom der vergangenen Jahre viele fondsgebundene Versicherungspolicen verkauft, die mit Aktien unterlegt sind. Auch die gefährdete Dax-Mitgliedschaft sei weiter ein Thema, sagte Wenzel.

MLP rechnet für das abgelaufene Jahr mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses vor Steuern auf maximal 100 (2001: 151) Millionen Euro. Dieser Wert sei schwer zu erreichen, hatte MLP im November eingeschränkt. "Zu den Aussagen stehen wir", sagte ein Sprecher am Mittwoch. Darüber hinaus erwartet der Konzern einen Sonderertrag von 85 Millionen Euro aus dem Verkauf eines 50-Prozent-Anteils an einem gemeinsamen Lebensversicherer mit der österreichischen Uniqa an den Partner. Der Betrag soll zur Rückführung des umstrittenen Rückversicherungsgeschäfts verwendet werden.

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