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22.01.2003

09:43 Uhr

Ende 2002 wurde Stillstand erreicht

Bankenverband erwartet ein Prozent Wachstum

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) sieht noch keine Anzeichen einer konjunkturellen Wende in Deutschland. Mit einem allein vom Export getragenen Aufschwung sei allenfalls im zweiten Halbjahr 2003 zu rechnen.

Reuters BERLIN. "Die Konjunktur in Deutschland befindet sich zum Jahresbeginn in einer sehr schwachen Verfassung", hieß es im am Mittwoch veröffentlichten BdB-Konjunkturbericht für Januar. Das Wirtschaftswachstum dürfte Ende 2002 zum Stillstand gekommen sein und die Stagnation bis in das zweite Quartal anhalten. Eine Besserung am Arbeitsmarkte sei frühestens Ende des Jahres möglich. Auch die Konjunktur im Euro-Raum befinde sich in einer ausgeprägten Schwächephase. In der Aufwertung des Euro sieht der BdB zurzeit noch keinen Grund zur Beunruhigung.

BdB schließt BIP-Rückgang im ersten Quartal nicht aus

Für die Monate Oktober bis Dezember und das erste Quartal 2003 sei nach vorläufigen Berechnungen von einer Stagnation des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auszugehen, hieß es in dem BdB-Bericht. Für das erste Quartal sei auch ein leichter BIP-Rückgang nicht ausgeschlossen. Bei den Frühindikatoren ließen sich nach wie vor keine Signale für eine konjunkturelle Trendwende erkennen. Die leichte Erholung der Auftragseingänge und die geringfügige Besserung der Geschäftserwartungen der Unternehmen könnten allenfalls als vorsichtiges Zeichen einer allmählichen Stabilisierung verstanden werden.

Die Hoffnungen auf ein Anziehen der Konjunktur im zweiten Halbjahr beruhten ausschließlich auf einer besseren Exportentwicklung, hieß es in dem BdB-Bericht weiter. "Dies setzt jedoch eine Abnahme der geopolitischen Risiken und ein stärkeres Wirtschaftswachstum in den USA voraus." Doch selbst wenn die Weltkonjunktur wieder an Schwung gewinnen sollte, dürfte die deutsche Wirtschaft 2003 nur eine Wachstumsrate von knapp einem Prozent erreichen, bekräftigte der BdB seine Prognose. Als eine Konsequenz dürfte die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt auf über 4,2 Mill. steigen. Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte am Dienstag signalisiert, die Wachstumsprognose der Regierung auf rund ein Prozent von zuletzt 1,5 % zu senken.

Für die Euro-Zone zeichnete der Bankenverband ebenfalls ein trübes Bild der Wirtschaftsentwicklung. Unter Annahme einer Belebung des Welthandels im Frühjahr dürfte sich das Wirtschaftswachstum nur von etwa 0,8 % im vergangenen Jahr auf rund 1,5 % in diesem Jahr beschleunigen.

In der jüngsten Aufwertung des Euro sieht der Verband derzeit keinen Grund, seine Wachstumsprognosen zu senken. Sollte sich die Aufwertung der Gemeinschaftswährung aber fortsetzen, sei ein moderates Tempo wichtig. "Schnelle und heftige Kursbewegungen könnten zu einer stärkeren Verunsicherung der Wirtschaftsakteure führen und würden letztlich sogar das Risiko einer Überbewertung des Euro bergen", hieß es in dem Bericht. Der Euro stieg am Mittwochvormittag auf 1,0744 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren.

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