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06.02.2002

13:14 Uhr

Ende der Branchenflaute erst in der zweiten Jahreshälfte

Gewinnrückgang bei ProSiebenSAT.1 geringer

Der Medienkonzern ProSiebenSAT.1 hat im vergangenen Jahr wegen der Flaute auf dem Werbemarkt einen Gewinneinbruch erlitten. Das Ergebnis fiel aber spürbar besser aus, als vom Konzern zuletzt erwartet.

dpa MÜNCHEN. Mit einem Ende der Branchenflaute rechne das Unternehmen aber weiterhin frühestens in der zweiten Jahreshälfte, sagte ein Konzern-Sprecher am Mittwoch in München. Der ProSiebenSAT.1-Aktienkurs sprang dennoch um zeitweise 13 % auf 5,10 Euro.

Der Jahresüberschuss sank laut Mitteilung der ProSiebenSAT.1 Media AG (München) im vergangenen Jahr im Konzern um 27 % auf 68 Mill. Euro (133 Mio DM). Noch im November hatte das Unternehmen ein Minus von 45 % angekündigt. Das Ergebnis vor Steuern brach von 205 auf 106 Mill. Euro ein. Die jüngste Prognose lautete hier 90 Mill. Euro. Diese Prognose, die nun übertroffen wurde, war zuvor allerdings mehrfach gesenkt worden. Zum Jahresanfang 2001 hatte ProSiebenSAT.1 ein prozentual zweistelliges Plus beim Vorsteuergewinn versprochen, wurde dann aber von der Werbeflaute voll erwischt.

Für den geringeren Gewinnrückgang machte der ProSiebenSAT.1 - Sprecher ein "straffes Kostenmanagement" verantwortlich. Das Ergebnis sei durch keine, bisher nicht bekannten Sonderposten aufpoliert worden. Der Umsatz sank im vergangenen Jahr um 6,5 % wie zuletzt erwartet auf gut zwei Mrd. Euro.

ProSiebenSAT.1 steht derzeit im Mittelpunkt eines Streits zwischen dem Springer-Verlag und der KirchGruppe. Springer will ein 11,5 %-Paket an die KirchGruppe verkaufen und verlangt unter Berufung auf eine frühere Vereinbarung dafür rund 770 Mill. Euro. Kirch hält die Option des Springer-Verlags für unwirksam. Der Sprecher wollte sich nicht zu dem Streit äußern. Dies sei Sache der Gesellschafter.

Bei der geplanten Fusion mit der Muttergesellschaft Kirch Media zu einem der größten börsennotierten TV-Konzerne Europas sieht sich ProSiebenSAT.1 weiterhin voll im Zeitplan. Der Zusammenschluss soll Mitte des Jahres erfolgen. Viele Beobachtern zweifeln an, ob angesichts der Flaute der Branche und an den Aktienmärkten das Projekt durchgezogen werden kann.

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