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29.04.2003

12:03 Uhr

Ende des Irak-Kriegs hat allgemeine Unsicherheiten beendet

BGA: Deutscher Außenhandel zieht wieder an

Der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) beurteilt die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zwar noch skeptisch, ist hinsichtlich der Außenhandelsentwicklung aber wieder optimistischer als bisher.

Reuters BERLIN. BGA-Präsident Anton Börner sagte am Dienstag seinem Redetext zufolge in Berlin, die deutschen Exporte wie auch die Importe könnten im laufenden Jahr um maximal 4 Prozent zulegen und damit etwas mehr wachsen als bislang vom Verband und von der Bundesregierung erwartet. Damit werde der Außenhandel wieder stärker als Wachstumsträger für die deutsche Wirtschaft wirken, während die Binnenkonjunktur in diesem Jahr schwach bleiben dürfte, sagte Börner. Die deutsche Wirtschaft insgesamt wird nach BGA-Schätzungen nur um 0,4 Prozent wachsen, nachdem noch vor wenigen Monaten ein Zuwachs von 0,6 Prozent prognostiziert worden war.

Die vom Außenhandelsverband vorausgesagte Entwicklung bedeutet eine deutliche Belebung der Export- und Importzahlen im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2002 hatten die Ausfuhren nur um 1,6 Prozent zugenommen, während die Importe sogar um 3,8 Prozent gesunken waren. Seit November 2002 sei der Trend aber wieder positiver, sagte Börner, obwohl der langjährige Mittelwert im Außenhandelswachstum von 6,6 Prozent noch nicht wieder erreicht sei. Die Bundesregierung erwartet nach ihrer jüngsten Prognose für 2003 einen Zuwachs der Ex- und der Importe um je 3,5 Prozent bei einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum von rund 0,75 Prozent.

Angesicht der vorausgesagten Wachstumsentwicklung im Außenhandel dürfte der deutsche Weltmarktanteil nach Börners Worten 2003 leicht steigen. Positiv wirke auf die Perspektiven der Außenhändler, dass durch das Ende des Irak-Krieges viele Unsicherheiten für die Wirtschaft beendet seien. Beim Ölpreis rechne der Verband mit einem weiteren Rückgang in nächster Zeit in Richtung 20 Dollar.

Der hohe Eurokurs mache die Situation der Exportindustrie allerdings nicht leichter. Börner rechnet für das Jahresende mit einem Eurokurs von 1,18 bis 1,20 Dollar. Angesichts dessen sei derzeit keine Besserung bei den zuletzt rückläufigen Exporten in die USA absehbar.

Die Lungenerkrankung SARS dürfte nach Börners Worten vor allem die Wirtschaft in den betroffenen asiatischen Regionen beeinträchtigen. So sei eine Wachstumsdämpfung durch die Krankheit in China und Singapur von jeweils rund 1 Prozent denkbar. Ansonsten würden die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft nach derzeitigem Stand jedoch begrenzt bleiben.

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