Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.06.2000

10:48 Uhr

Energie

RWE/VEW erzielen Einigung mit Kartellamt

Die Energiekonzerne RWE und VEW haben sich mit dem Bundeskartellamt über die Auflagen für ihre geplante Fusion geeinigt. "Wir haben gestern den Auflagen im letzten noch offenen Bereich, der Gaswirtschaft, rechtsverbindlich zugestimmt", sagte RWE-Chef Dietmar Kuhnt am Donnerstag vor der Hauptversammlung in Essen. Die formelle Freigabe des Zusammenschlusses werde in der kommenden Woche erwartet. "Damit sind alle kartellrechtlichen Hürden genommen", sagte Kuhnt.

dpa/Reuters ESSEN. Die Aktionäre des Essener RWE-Konzerns sind am Donnerstag zur Abstimmung über die Fusion der beiden Reviernachbarn zum künftig größten privatwirtschaftlichen Energiekonzern in Europa aufgerufen. Die VEW-Anteilseigner hatten in dieser Woche bereits mit überwältigender Mehrheit der Fusion zugestimmt. Der neue Konzern mit dem Namen RWE AG soll zum 1. Juli an den Start gehen.

Der RWE-Konzern hat im Geschäftsjahr 1999/2000 (zum 30. Juni) einen Rückgang des Betriebsergebnisses um rund 15 % verzeichnet. Die vorläufigen Zahlen, die RWE am Montag veröffentlichen will, bestätigten eine früher gemachte entsprechende Prognose, sagte Vorstandschef Dietmar Kuhnt am Donnerstag in seinem vor der außerordentlichen Hauptversammlung in Essen verbreiteten Redetext. Der Konzernumsatz sei aber deutlich gestiegen, sagte Kuhnt. Im Geschäftsjahr 1998/99 hatte RWE ein Betriebsergebnis von 3,2 Mrd. Euro und einen Umsatz von 38,4 Mrd. Euro ausgewiesen.

RWE hatte in seinem Neun-Monats-Bericht im Mai vorhergesagt, das Betriebsergebnis werde vor allem wegen des drastischen Preisverfalls im Stromgeschäft um rund 15 % niedriger ausfallen. Am Dienstag hatte VEW-Chef Gert Maichel auf der Hauptversammlung seines Unternehmens den Umsatz des künftigen Partners RWE im zu Ende gehenden Geschäftsjahr mit 47 Mrd. Euro beziffert.



Kuhnt verteidigt Kernenergiekonsens

Weiter hat RWE-Chef Kuhnt den zwischen Bundesregierung und Atomwirtschaft ausgehandelten Energiekonsens vor seinen Aktionären verteidigt. Die gefundene Einigung sei eine "betriebswirtschaftlich sinnvolle Regelung", sagte Kuhnt in Essen. Man habe jetzt Planungssicherheit. Kuhnt betonte erneut, dass in der Vereinbarung keine Endtermine für Kernkraftwerke festgelegt worden sind. Ungeachtet der Einigung sei RWE vom ökologischen Wert und der Wirtschaftlichkeit der Kernenergieerzeugung überzeugt.

Indirekt sprach der Vorstandschef die Hoffnung aus, auch der Aktienkurs werde vom Atomkonsens profitieren. Die Ungewissheit über die Zukunft der Kernenergie habe den Kapitalmarkt verunsichert, und dies habe eindeutig negative Auswirkungen auf die Kursentwicklung der RWE-Aktie gehabt. Nun habe man dagegen Klarheit. Im Xetra-Handel zogen RWE am Donnerstag im frühen Handel um rund ein Prozent auf 35,86 Euro an.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×