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27.06.2000

13:45 Uhr

Energiekonzerne

Fusion zwischen Reviernachbarn VEW und RWE auf gutem Weg

Ein Sprecher des Bundeskartellamts kündigte heute an, dass in Kürze ein voraussichtlich positives Votum zu der Energiefusion zu erwarten ist.

dpa DORTMUND/BONN. Die Fusion zwischen den Reviernachbarn VEW und RWE zum größten privatwirtschaftlichen Stromkonzern in Europa ist auf gutem Weg. VEW-Vorstandsvorsitzender Gert Maichel erwartet nach Zugeständnissen der beiden Stromunternehmen zur Entflechtung in den kommenden Tagen eine förmliche Freigabe des Bundeskartellamtes, sagte Maichel am Dienstag bei der VEW-Hauptversammlung in Dortmund.

Auch ein Sprecher des Bundeskartellamts kündigte am Dienstag in Bonn an, dass bereits in Kürze ein voraussichtlich positives Votum der Wettbewerbshüter zu der Fusion zu erwarten sei. Das Kartellamt rechne damit, dass die Vorbehalte zum Gasbereich des Unternehmens jetzt ausgeräumt würden, damit "in den nächsten Tagen" eine förmliche Freigabe der Fusion erfolgen könne, sagte ein Sprecher der Wettbewerbsbehörde. Nach einer Zustimmung der VEW-Aktionäre zur Fusion bei der Hauptversammlung am Dienstag müssen noch die RWE - Anteilseigner auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Donnerstag in Essen dem Zusammenschluss zustimmen.

Der neue Konzern mit dem Namen RWE AG mit Sitz in Essen wird einen Stromabsatz von jährlich 209 Mrd. Kilowattstunden haben. Mit 170 000 Beschäftigten wird der neue Energieriese laut Maichel einen Umsatz von knapp 52 Mrd. Euro erzielen. Die neue RWE wird voraussichtlich am 24. November offiziell ins Handelsregister eingetragen. Zuvor will der alte RWE-Konzern noch bei seiner letzten regulären Hauptversammlung das Ergebnis des Geschäftsjahres 1999/2000 (30.6.) vorlegen.

"Gemeinsam sind wir bei Strom Nummer 1 in Deutschland und neue Nummer 3 in Europa. Bei Gas werden wir die Nummer 2 und bei der Entsorgung die Nummer 1 in Deutschland", sagte Aufsichtsrats- Vorsitzender Günter Samtlebe bei seiner Rede. Maichel nannte die vom Vorstand und Aufsichtsrat empfohlene Zustimmung zur geplanten Fusion die wohl weit reichendste Entscheidung für die Zukunft der Gesellschaft in der 75-jährigen Unternehmensgeschichte. "Im Zusammengehen mit RWE sehen wir die einzige Chance, unter dem Dach des dann neuen Konzerns auf Anhieb eine Spitzenposition in den liberalisierten Energiemärkten Deutschlands und Europas einzunehmen", sagte Maichel.

Mit Zugeständnissen der beiden Energiekonzerne zur Entflechtung sah das Kartellamt seine wettbewerbsrechtlichen Bedenken ausgeräumt, sagte Maichel. Demnach soll es einen Beteiligungstausch zwischen der fusionierten RWE/VEW und E.ON geben. Eine weitere Auflage des Kartellamtes sei die Aufgabe der Beteiligung beider Konzerne am ostdeutschen Stromversorger VEAG und an der Lausitzer Braunkohle AG, der Laubag. RWE und VEW besitzen rund 32 % an der VEAG. An der Laubag hält der RWE-Konzern 45 %. Dabei sei ein Verkauf bereits in die Wege geleitet. Außerdem verlange das Kartellamt die Abgabe des ostdeutschen Regionalversorgers envia, an dem RWE 63 % hält.

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