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22.01.2001

16:13 Uhr

Energiekrise kam durch Liberalisierung der Stromwirtschaft

Erneut kurzzeitig Stromsperren in Kalifornien

Die neusten "Blackouts" im Stromnetz kamen aber nicht aus Strommangel, sondern durch Überlastung des Netzes wegen Stromlieferungen aus dem Nachbarstaat.

dpa SACRAMENTO. Die von einer schweren Energiekrise geplagten Kalifornier rüsten sich für eine Serie neuer Stromsperren. Am Sonntagabend (Ortszeit) hatte es für etwa 75 000 Haushalte in dem Westküstenstaat wieder kurze "Blackouts" gegeben - vorübergehende Abschaltungen des Stroms.

In diesem Fall war zwar nicht der extreme Elektrizitätsmangel, sondern eine Überlastung des Netzes durch Stromlieferungen aus dem Nachbarstaat Oregon der Grund. Die neuen "Blackouts" bewiesen jedoch erneut, wie verwundbar das gesamte Stromversorgungssystem in Kalifornien sei, sagte eine Behördensprecherin der Hauptstadt Sacramento.

Staat reagiert auf Energienotstand mit Stromsperren

Bereits in der vergangenen Woche hatte es an mehreren Tagen 60- bis 90-minütige Stromsperren im Rotationsverfahren gegeben. Gouverneur Gray Davis rief den Energienotstand aus. Auch am Wochenende wurde ein Engpass-Alarm der höchsten Dringlichkeitsstufe aufrecht erhalten - das erste Mal in der kalifornischen Geschichte an einem Samstag und Sonntag.

An diesen Tagen ist der Stromverbrauch üblicherweise weitaus geringer als während der Arbeitswoche. Daher hatte die kalifornische Regierung gehofft, über das Wochenende die knappen Vorräte wieder etwas aufstocken zu können. Daraus wurde aber nichts, weil insgesamt weniger Strom als erwartet aus dem pazifischen Nordwesten angeliefert worden war.

Grund für die Energiekrise ist hauptsächlich eine vor vier Jahren eingeleitete Liberalisierung der Stromwirtschaft, die zu einem drastischen Anstieg der Marktpreise geführt hat. Die beiden wichtigsten Stromversorger Kaliforniens stehen am Rande des Bankrotts.

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