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20.01.2005

14:00 Uhr

Englischsprachige Stellenanzeigen sind gespickt mit Abkürzungen – wer sich bei Angelsachsen bewirbt, muss firm darin sein

Wer Asap ist und einen CV abliefern soll

VonChristoph Hus (Handelsblatt)

Wer in seiner Karriere nicht ständig an Grenzen stoßen will, braucht Auslandserfahrung. Das gilt längst nicht mehr nur für Mitarbeiter großer internationaler Konzerne. Doch beim Bewerben auf Positionen in Großbritannien, den USA und Kanada kämpfen ausländische Bewerber oft mit Schwierigkeiten.

HB DÜSSELDORF. Häufigstes Problem: Das Schulenglisch ist zwar tauglich für Smalltalk, versagt aber beim Lesen einer Stellenanzeige – spätestens jedoch im Vorstellungsgespräch. Für ausländische Kandidaten wird diese Unsicherheit schnell zum Fallstrick. „Wer die Bedeutung der Positionsbezeichnungen nicht richtig interpretieren kann und die Abkürzungen nicht versteht, hat kaum eine Chance“, warnt Niel Ramsey, Vorstand des Sprachtraining-Anbieters Inlingua in Köln.

Der Titel: Die Probleme beginnen oft schon in der ersten Zeile einer Stellenanzeige. Sucht ein Unternehmen einen Marketing Executive, könnte es genauso gut auch Marketing Manager schreiben. Entgegen dem deutschen Verständnis des Wortes Manager handelt es sich dabei aber nicht unbedingt um eine Position mit vielen Untergebenen. Es sei denn, es ist von einem Head of Marketing die Rede, was meist der Position eines deutschen Bereichs- oder Abteilungsleiters gleichkommt.

Die Position: Bei der Beschreibung der Aufgabe bedienen sich Unternehmen in der Regel gängiger Floskeln. Besonders häufig ist diese zu finden: „The successful candidate will report directly to the general manager.“ Die Angabe bedeutet, dass der General Manager der Vorgesetzte sein wird. Diese Stelle der Anzeige gibt damit weiteren Aufschluss darüber, auf welcher Hierarchieebene die ausgeschriebene Position angesiedelt ist. Häufig findet sich in Anzeigen auch der Hinweis „asap“. Die Abkürzung steht für „as soon as possible“. Das Unternehmen steht also unter Zeitdruck, die Stelle zu besetzen. Gängig sind außerdem die Angaben „P/T“ und „F/T“ (part-time und full-time), die für Teil- und Vollzeitstellen stehen.

Die Anforderungen an Kandidaten: In diesem Abschnitt zählen Unternehmen auf, welche Erfahrungen und Qualifikationen ihr neuer Mitarbeiter haben sollte. Üblich ist eine Abstufung zwischen highly desirable oder preferable (gewünscht) und essential oder must have (notwendig).

Die Entlohnung: Das Gehalt wird in der Regel als Jahresverdienst angegeben (p.a. oder per annum). In Großbritannien und Irland ist die Angabe „£80k“ geläufig. Das k steht für Tausend, der Verdienst beträgt also 80 000 Pfund im Jahr. Vor allem bei Vertriebspositionen findet man häufig die Angabe „plus comm“. (plus commission). Dabei handelt es sich um ein Festgehalt plus Provision, je nach persönlichem Erfolg des Mitarbeiters. Das Gehalt ist grundsätzlich nur dann verhandelbar, wenn der Arbeitgeber darauf hinweist: Er tut das mit der Angabe „neg.“ (negotiable). Häufig finden sich auch Hinweise auf „benefits“, womit zusätzliche Vergünstigungen wie Urlaub, Sozialleistungen oder die kostenlose Mitgliedschaft in einem Sportclub gemeint sind.

Die Formalitäten: Ähnlich wie in Deutschland verraten auch britische und amerikanische Unternehmen am Ende einer Stellenanzeige, wie eine Bewerbung aussehen sollte. Üblicherweise verlangen sie ein Anschreiben (cover letter oder covering/supporting letter) und einen Lebenslauf (CV, curriculum vitae oder résumé in amerikanischem Englisch). Den Bewerbern stellen sie eine Einladung zum Vorstellungsgespräch in Aussicht. Häufig endet eine Anzeige mit dem Satz “Interviews will be held in the week commencing 7 February 2005.“ Die Kandidaten können also für die Woche mit einer Einladung rechnen, die am 7. Februar beginnt.

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