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02.02.2001

09:41 Uhr

Engpässe nach Liberalisierung des Strommarktes

Zehn Milliarden Dollar zur Rettung der Energieversorgung in Kalifornien

Nach einem Gesetz darf der US-Bundesstaat langfristige Verträge zum Kauf von Strom abschließen und diesen an die Kunden der vor dem Bankrott stehenden Hauptversorger verkaufen.

vwd/AP SACRAMENTO. Der kalifornische Gouverneur Gray Davis hat am Donnerstag ein Gesetz zur Stabilisierung der Stromversorgung in dem US-Staat unterzeichnet. Das Programm im Umfang von zehn Mrd $ sieht vor, dass der Staat langfristige Verträge zum Kauf von Strom abschließen und diesen an die Kunden der vor dem Bankrott stehenden Hauptversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) und Southern California Edison verkaufen darf. Die beiden Unternehmen beliefern fast neun Millionen Privat- und Geschäftskunden mit Strom.

Die Abgeordneten des kalifornischen Parlaments hatten dem Gesetz zuvor zugestimmt. Mehrere Abgeordnete kritisierten jedoch, dass den Abnehmern damit höhere Kosten drohen. Darüber hinaus arbeitet das Parlament an einer grundlegenden Lösung der Krise. Im Januar waren mehrere hunderttausend Einwohner des Nordens und der Mitte Kaliforniens an zwei Tagen von Stromabschaltungen betroffen. Hintergrund der Versorgungsengpässe ist die problematische Liberalisierung des Strommarktes in dem Staat. Die privatisierten Stromversorger waren bisher nicht in der Lage, die sprunghaft steigenden Strompreise an die Verbraucher weiterzugeben und haben daher Verluste in Milliardenhöhe gemacht.

Darüber hinaus können die kalifornischen Elektrizitätsunternehmen die hohe Nachfrage nicht befriedigen. Zur Begründung verweisen sie auf den niedrigen Wasserstand in den Talsperren im Nordwesten der USA, die Tausende Megawatt Strom zu wenig produziert hätten. Es wird erwartet, dass der Engpass auch im Sommer andauert. Gouverneur Davis erließ unterdessen eine Anordnung, wonach Geschäfte ihre Außenbeleuchtung außerhalb der Öffnungszeiten deutlich reduzieren müssen. Andernfalls drohen ihnen Bußgelder von 1 000 $ täglich.

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