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04.02.2002

22:32 Uhr

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Enron-Debakel hinterlässt Spuren an US-Börsen

Der Zusammenbruch des Energieriesen belasten die amerikanischen Aktienmärkte. An der Wall Street sanken die Kurse. Insbesondere der Mischkonzern Tyco musste Federn lassen.

peb NEW YORK. Zum Ende der US-Berichtssaison belasteten am Montag enttäuschende Unternehmensnachrichten und eine weiter unsichere Stimmung die Kurse an der Wall Street. Der Markt wartet auf frische Daten, um die wirtschaftliche Situation richtig einschätzen zu können, meinten Händler. Unterdessen sagte Microsoft-Gründer Bill Gates im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in New York, dass er nicht mit einer Konjunkturerholung in diesem Jahr rechnet. Vor allem für Technologieunternehmen bleibe die Situation schwierig.

Die wichtigen US-Indizes bauten ihre Verluste bis zum Handelsschluss aus. Der Dow-Jones-Industrial-Index verlor 2,2 %. Der breiter gefasste Standard & Poor?s-500-Index gab sogar 2,5 % ab. Entsprechend Gates? Einschätzung verlor der technologielastige Nasdaq-Composite - Index mit 2,9 % am stärksten.

Händlern zufolge beschäftigte immer noch die Vertrauenskrise der Investoren infolge des Zusammenbruchs des US-Energiehändlers Enron die amerikanischen Aktienmärkte. "Wir befinden uns derzeit in einem Markt mit viel Skepsis und großen Bedenken", sagte Alfred Goldman, Chefanalyst bei A.G. Edwards & Son's. Vor allem gegenüber Unternehmen mit komplizierten Buchführungspraktiken blieben die Anleger weiter misstrauisch. Das traf gestern wieder einmal Tyco. Das Wall Street Journal berichtete, dass der Mischkonzern in den vergangenen drei Jahren mehr als 700 Übernahmen im Wert von rund 8 Mrd. $ getätigt hat, ohne dies mitzuteilen. Nachdem Tyco bereits vergangene Woche deutlich Federn lassen musste, gaben die Aktien gestern um mehr als 18 % nach.

Ebenfalls zu den Verlierern gehörten die Papiere von General Electric. Sie verloren 5,5 %. "Der Verlust entstand nur, weil es sich um ein Unternehmen mit komplexer Struktur handelt", sagte Brian Pears von Victory Capital Management. "Es scheint, als gäbe es kein anderes Thema mehr als Unternehmen, die Informationen verheimlichen könnten."

Nicht all zu schnell mit den Zahlen für das vergangene Jahr heraus rücken will der Netzwerk-Ausstatter Enterasys Networks: Die Veröffentlichung wurde verschoben, weil das Unternehmen noch einmal die Details eines 4 Mill. $ schweren Kaufvertrages prüfen will. Das mussten Entarasys schwer büßen. Sie waren mit einem Minus von mehr als 61 % die größten Verlierer an der Wall Street.

Aber auch positive Nachrichten honorierten die Anleger nicht: Hewlett-Packard kündigte zwar für das erste Quartal (31.Januar) einen Gewinn an, der über den Analystenprognosen von 0 ,16 $ pro Aktie liegen soll. Die Aktie gab nach anfänglichen Kursgewinnen aber trotzdem 0,3 % nach. Als Grund für die neue Prognose nannte HP einen Aufwärtstrend bei der Verbrauchernachfrage nach Computern und Druckern.

Im Laufe dieser Woche kommen die Quartalszahlen des Netzwerkriesen Cisco Systems und der Telekommunikations-Gruppe Worldcom. Bei beiden Unternehmen zeigten sich die Anleger skeptisch: Cisco verloren 4,8 % und Worldcom 15,4 %.

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