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11.01.2002

22:45 Uhr

Enron vom Handel ausgesetzt - Ford-Aktie legt zu

Wall Street nach Greenspan-Rede schwächer

Händler begründeten die Verluste mit der Äußerung Greenspans, er sehe kurzfristig weiter bedeutende Risiken für die US-Konjunktur. "Ich glaube, der Kommentar ist etwas neutraler, als es die Wall Street gerne gesehen hätte und deutet auf eine weitere Zinssenkung hin", sagte Barry Hyman, Chefinvestment-Stratege bei Ehrenkrantz King Nussbaum.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index schloss 0,80 Prozent tiefer auf 9 987,53 Punkten. Der Nasdaq-Index verlor 1,21 Prozent auf 2 022,46 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index ging 0,95 Prozent schwächer auf 1 145,60 Punkten aus dem Markt. Händler sagten, auch die Äußerungen Greenspans zur US-Arbeitslosenquote hätten den Markt gedrückt. Greenspan habe eine steigende Arbeitslosigkeit nicht ausgeschlossen, was die Verbraucherausgaben belasten könne. "Ich glaube nicht, dass dies das Szenario ist, das der Markt im Moment sehen will", sagte Hyman weiter. "Der Markt will ein Ende der Zinssenkungen sehen, und das wäre dann ein glatter Übergang in eine Konjunkturerholung."

Greenspan hatte in seiner Rede gesagt, die Wirtschaft in den USA zeige bei weiter bestehenden Risiken erste Anzeichen einer Stabilisierung. Die jüngsten Konjunkturdaten hätten sich auf "gemischt" von zuvor "unaufhörlich negativ" verbessert, sagte Greenspan weiter. "Doch ich möchte betonen, dass kurzfristig weiter bedeutende Risiken bestehen", fügte der Notenbankchef hinzu. Mit diesen Äußerungen hat Greenspan Experten zufolge die Tür für eine weitere Leitzinssenkung Ende Januar offen gehalten. Die nächste zinspolitische Sitzung der Fed ist für den 29. und 30. Januar angesetzt.

Im Blickpunkt der Anleger standen nach Händlerangaben die Aktien des Autoherstellers Ford, die 1,37 Prozent auf 15,50 Dollar zulegten. Das Unternehmen hatte unmittelbar vor Handelseröffnung unter anderem die Schließung von Werken und Streichung von Modell-Reihen bekannt gegeben. Weltweit will Ford 35 000 Stellen abbauen.

Die Titel des US-Energiekonzerns Enron wurden am Freitag vom Handel ausgesetzt. Anwälte von Enron bestätigten frühere Angaben aus Kreisen, dass sich das Unternehmen bei der Auktion um die Mehrheitsbeteiligung an seinem ruhenden Handelsgeschäft für den Schweizer Bankkonzern UBS Warburg entschieden habe. Vor der Aussetzung wurden die Enron-Titel mit 67 Cents genannt.

Die Titel von Kmart schlossen 21,43 Prozent schwächer auf 3,30 Dollar und waren der am meisten gehandelte Wert an der New York Stock Exchange. Das Unternehmen hatte am Vortag für das Ende Januar zu Ende gehende Geschäftsjahr 2001/2002 einen geringeren Gewinn als von Analysten erwartet angekündigt. Nach Einschätzung von Analysten wird das Unternehmen schon bald einen großen Teil seiner Filialen schließen.

An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,20 Milliarden Aktien den Besitzer, dabei überwogen 1 825 Verlierer 1308 Gewinner, und 193 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,62 Milliarden Aktien 2 098 Titel im Minus, 1 514 im Plus und 308 unverändert.

Am US-Rentenmarkt notierten die richtungweisenden zehnjährigen Bonds zuletzt 26/32 im Plus mit 101 Punkten und erbrachten eine Rendite von rund 4,87 Prozent. Die 30-jährigen Titel wurden 23/32 höher auf 100-4/32 bewertet und rentierten mit 5,36 Prozent.

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