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14.01.2003

08:34 Uhr

Entscheidung am 23. Januar

Argentinien stimmt IWF-Bedingungen zu

Argentinien hat nach eigenen Angaben die Bedingungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die lange ersehnte Hilfe akzeptiert, die dem hoch verschuldeten Land aus der tiefsten Finanzkrise seiner Geschichte helfen soll.

Reuters BUENOS AIRES. Der Sprecher des argentinischen Wirtschaftsministeriums, Armando Torres, sagte am Montag in Buenos Aires, eine von der gegenwärtig in Argentinien arbeitenden IWF-Delegation erstellte Absichtserklärung (Letter of Intent) sei von der Regierung angenommen worden. Das IWF-Direktorium werde dieses Dokument nun am 23. Januar prüfen und danach über Hilfen für die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas entscheiden. Aus IWF-Kreisen hieß es, man sei einer Einigung nahe, doch müssten noch einzelne Details geklärt werden.

"Die Erstellung des Letter of Intent ist abgeschlossen. Er ist heute nach Washington geschickt worden", sagte Torres. Zum Inhalt wollte er jedoch keine Angaben machen. Aus Regierungskreisen verlautete allerdings, die Bedingungen des IWF sähen steuerliche Mehreinnahmen in diesem Jahr von 2,5 % und ein angepeiltes Wirtschaftswachstum zwischen zwei und drei Prozent vor. Der IWF hat von Argentinien eine Stärkung seines Bankensystems, währungspolitische Maßnahmen gegen einen Anstieg der Inflation sowie Neuverhandlungen über die Staatsverschuldung gefordert.

Unklar blieb, ob Argentinien angesichts seiner knappen Devisenreserven eine am 17. Januar fällige Zahlung von einer Milliarde Dollar an den IWF leisten wird. Ein Zahlungsverzug gegenüber dem Fonds könnte bedeuten, dass das mit rund 140 Mrd. $ verschuldete Land von nirgendwo mehr Finanzhilfe zu erwarten hätte. "Argentinien will sich nicht darauf festlegen lassen, ob es zahlt oder nicht. Argentinien wird sich mit der Situation befassen, wenn es keinen Zweifel über das Abkommen gibt", sagte Torres. Der IWF werde die Regierung in Buenos Aires gegen Ende der Woche über die Chancen für Hilfe durch den Fonds informieren, fügte er hinzu.

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