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11.04.2003

13:20 Uhr

Entscheidung über Klageannahme in USA vertagt

Karstadt-Quelle zahlt trotz Gewinneinbruchs stabile Dividende

Die Konsumflaute hat bei Deutschlands fünftgrößten Handelskonzern Karstadt-Quelle zu einem Gewinneinbruch geführt. Im Geschäftsjahr 2002 schrumpfte der Jahresüberschuss um rund ein Drittel auf 162,2 Mill. ?, teilte der Essener Konzern nach einer Aufsichtsratssitzung am Donnerstagabend mit.

HB/dpa ESSEN/NEWARK. Neben der Kaufzurückhaltung hätten Preiskämpfe und die gedämpfte Reiselust das Ergebnis belastet. Karstadt-Quelle ist am zweitgrößten deutschen Reiseveranstalter Thomas Cook (Neckermann) zu 50 % beteiligt. Der Gewinnrückgang fiel aber nicht so stark aus wie noch im Herbst befürchtet. Die Dividende soll mit 0,71 ? je Aktie stabil bleiben.

Der Konzern-Umsatz sank um 1,6 % auf 15,8 Mrd. ?. Während die Versandhandelssparte mit den Flaggschiffen Quelle und Neckermann zulegte, litten die Karstadt-Warenhäuser besonders unter der Kaufzurückhaltung. Details will Konzern-Chef Wolfgang Urban bei der Bilanzvorlage am kommenden Mittwoch nennen. Er kündigte bereits an, dass die Neuausrichtung von Karstadt-Quelle zu einem Handels- und Dienstleistungskonzern auch in diesem Jahr vorangetrieben werde. Mit einer Holdingstruktur sollen die einzelnen Vertriebslinien größere Möglichkeiten für Partnerschaften mit anderen Unternehmen bekommen.

Der Konzern nutzt sein Vertriebsnetz bereits für Versicherungen. Partner ist dabei der zweitgrößte Erstversicherer Deutschlands Ergo. Mit dem US-Konzern Starbucks zieht Karstadt-Quelle in Großstädten ein Netz an modernen Cafe-Häusern auf. Mit der Deutschen Telekom würde ein gemeinsames Kundenbindungsprogramm (Happy Digits) aufgelegt. Bei der unrentablen Elektronik-Kette Schaulandt wurden die Verluste durch Marktschließungen und-verkäufe reduziert. Ein Teil der Warenhäuser soll durch Vermietung von Gewerbeflächen zu Einkaufscentern werden.

Im Streit um das Millionenerbe der jüdischen Kaufhausfamilie Wertheim gibt es noch keine Entscheidung. Ein Bezirksrichter in Newark (US-Bundesstaat New Jersey) forderte am Donnerstag die Karstadt-Quelle-Vertreter auf, Zusatzinformationen bereitzustellen. Einen Beschluss darüber, ob er eine Schadensersatzklage zulässt, könnte er nach Angaben unterrichteter Kreise frühestens in vier Wochen treffen. Karstadt-Quelle wurde in Folge mehrerer Übernahmen Rechtsnachfolger von Wertheim. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wertheim Teil der Warenhauskette Hertie, die Karstadt 1994 übernahm.

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