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12.03.2003

18:54 Uhr

Entsendung griechischer Soldaten unwahrscheinlich

USA schicken Patriot-Raketen in die Türkei

Die USA wollen zwei Patriot-Flugabwehrsysteme in die Türkei schicken, um das Land vor Luftangriffen im Falle eines Irak-Krieges zu schützen.

Reuters BRÜSSEL. Dies hätten die USA am Mittwoch im Planungsausschuss der Nato zugesagt, berichteten Diplomaten in Brüssel. Konkrete Anfragen nach deutschen Patriot-Systemen habe es nicht gegeben.

Mit den beiden US-Systemen würde die Nato über fünf Patriots verfügen, um ihren Bündnispartner Türkei zu schützen. Die Entscheidung für den Schutz der Türkei war in der Nato heftig umstritten gewesen und wochenlang von Deutschland, Frankreich und Belgien verhindert worden. Die Niederlande haben bereits drei Patriot-Systeme in die Türkei geschickt.

Deutschland hat den Niederlanden Patriotraketen, aber keine Abschussrampen zur Verfügung gestellt. Für deren Bedienung wären nach Einschätzung von Militärexperten auch deutsche Soldaten nötig. Nato-Militärs hatten ihre Liste von Anforderungen für den Schutz der Türkei vergangene Woche nicht erfüllen könne. Es fehlte vor allem an ABC-Abwehrgerät und Flugabwehr. Ursprünglich hatten sie neun Patriot-Systeme für erforderlich gehalten.

Nato-Generalsekretär George Robertson kündigte Diplomaten zufolge an, er wolle in den kommenden Tagen mit zwei europäischen Verteidigungsministern wegen des Türkei-Schutzes Kontakt aufnehmen. Er habe die beiden Länder jedoch nicht genannt. Neben Deutschland, den Niederlanden und den USA verfügt in der Nato nur noch Griechenland über Patriots. Wegen des schwierigen türkisch-griechischen Verhältnisses gilt eine Entsendung griechischer Soldaten in Türkei aber als kaum denkbar.

Angebote zum Schutz vor chemischen und biologischen Waffen hätten unter anderem Norwegen und Tschechien vorgelegt, hieß es in Nato-Kreisen. Dabei handele es sich um Schutzausrüstung und Spürgeräte.

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