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03.01.2001

18:30 Uhr

Entsprechende Maßnahmen auch in Deutschland und Österreich geplant

Schweiz will Operationsfäden aus Rinderdarm wegen BSE verbieten

In der Schweiz soll der Verkauf von Operationsfäden aus Rinderdarm (Katgut) wegen eines möglichen BSE-Risikos demnächst verboten werden.

dpa BERN/BRÜSSEL/WIEN. In der Schweiz soll der Verkauf von Operationsfäden aus Rinderdarm (Katgut) wegen eines möglichen BSE-Risikos demnächst verboten werden. Mit dem Verbot wolle man Regelungen in den europäischen Nachbarländern nachvollziehen, sagte Rainer Völksen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Bern zu einem Bericht des Züricher "Tages-Anzeigers" vom Mittwoch. In Frankreich ist der Verkauf von Katgut bereits seit 1996 verboten. Laut Völksen sind entsprechende Maßnahmen nun auch in Deutschland und Österreich geplant.

In Schweizer Krankenhäusern liegt der Anteil von Katgut am Operations-Nähmaterial laut BAG unter zehn Prozent. Neben den Rinderdarm-Operationsfäden, die von einigen älteren Chirurgen immer noch bevorzugt würden, gebe es ein gleichwertiges synthetisches Produkt, sagte Völksen. Laut Stichproben des BAG kommt in Katgut-Produkten, die in der Schweiz verkauft werden, nur Rinderdarm- Rohmaterial aus dem bislang vom Rinderwahnsinn verschonten Neuseeland zum Einsatz.

In Belgien haben am Mittwoch flächendeckende BSE-Schnelltests an geschlachteten Rindern begonnen. Für den Monat Januar sind nach Rundfunkangaben 20 000 Untersuchungen geplant. In Österreich laufen die BSE-Tests nur langsam an. Bis Mittwoch wurden nur wenige Dutzend Proben geschlachteter Rinder an die Labors geschickt. Am Abend wurden die Ergebnisse der ersten elf Proben bekannt gegeben. Sie seien alle negativ gewesen, teilten die Behörden in Mödling bei Wien mit.

Die Parteien in Wien streiten sich derweil, wer für die Kosten aufkommen soll, die pro Test rund 1 500 Schilling (214 DM) betragen. Während die rechtskonservative Regierung den Bauern die zusätzliche Belastung ersparen und die Kosten auf die Verbraucher abwälzen will, fordern die oppositionellen Sozialdemokraten (SPÖ), die Regierung müsse die Zusatzkosten übernehmen.

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