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03.03.2003

16:09 Uhr

Enttäuschende Entwicklung

Furcht vor Kriegsfolgen bremst Wachstum in US-Industrie

Im Gegenteil zu Deutschland und der Euro-Zone hat sich die Lage in der US-Industrie im Februar verschlechtert. Die US-Börsen gaben nach den Daten frühere Gewinne ab. Der Index der US-Einkaufsmanager fiel im Februar auf 50,5 von 53,9 Punkten im Januar, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Montag mitteilte.

Reuters NEW YORK. Analysten hatten einen geringeren Rückgang auf 52,4 Zähler prognostiziert. Der Index liegt den vierten Monat in Folge über der Marke von 50 Punkten, ab der er eine Expansion im Verarbeitenden Gewerbe signalisiert.

Wegen der Sorgen über die Auswirkungen eines möglichen Irak-Kriegs hätten viele Betriebe Investitionen und Personaleinstellungen zurückgestellt, während die steigenden Energiepreise die bereits niedrigen Gewinnmargen weiter geschmälert hätten, teilte ISM mit.

Der Beschäftigungsindex sank auf 42,8 von 47,6 Punkten und signalisierte damit einen stärkeren Stellenabbau als im Vormonat. Der Teilindex für den Auftragseingang, der Hinweise für die künftige Produktionsentwicklung liefert, fiel auf 52,3 Punkte von 59,7 Punkten im Januar. Es sei noch zu früh, zu sagen, ob der Rückgang des Auftragseingang-Teilindexes aussagekräftig sei, sagte der Umfrage-Leiter bei ISM, Norbert Ore.

Der Bericht deute an, dass die Expansion des Verarbeitenden Gewerbes nach einem kurzfristigen Aufschwung auf ein mäßiges Niveau zurückfalle, sagte der Chefvolkswirt von RBS Greenwich Capital, Jade Zelnik. US-Notenbankchef Alan Greenspan hatte als Hauptfaktor für die derzeitigen konjunkturellen Probleme die weltpolitischen Unsicherheiten genannt. Die US-Notenbank (Fed) werde nicht zögern, die Geldpolitik zu lockern, wenn das Wirtschaftswachstum in den USA schwach bleibe, hatte er gesagt.

Im Unterschied zu den USA hat sich in Deutschland und der Euro-Zone die Lage der Industrie nach einer Reuters-Umfrage unter Einkaufsmanagern im Februar leicht verbessert. Der deutsche Reuters-Einkaufsmanagerindex (EMI) stieg auf 49,9 von 48,3 Punkten. Der Index für die Euro-Zone legte auf 50,1 von 49,3 Punkten zu. Die Anzeichen für eine Konjunkturerholung in der Euro-Zone sind aber nach Einschätzung von Bundesbankpräsident Ernst Welteke derzeit noch schwach. Das Risiko eines Irak-Kriegs dämpfe die gesamte Weltwirtschaft, sagte er.

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