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28.01.2003

16:15 Uhr

Entwurf für einen Vorvertrag

Freenet drängt Mobilcom zum Festnetzverkauf

Der Internetanbieter Freenet erhöht seinen Druck auf Mehrheitsaktionär Mobilcom, ihm dessen Festnetzsparte zu verkaufen.

Reuters HAMBURG. Freenet-Sprecherin Elke Rüther sagte am Dienstag in Hamburg: "Entweder man einigt sich, oder wir wollen das Festnetz nicht." Sie bestätigte zugleich die Existenz eines Entwurfs für einen Vorvertrag zwischen beiden Unternehmen, über den die "Financial Times Deutschland" bereits berichtet hatte. Rüther fügte hinzu, Freenet gehe davon aus, dass der Verkauf in den kommenden Wochen abgeschlossen werde. Der zweitgrößte Internetanbieter Deutschlands begründet sein Drängen mit dringend erforderlichen Investitionen in das Festnetz in Höhe von 25 Millionen Euro.

Mobilcom-Sprecher Matthias Quaritsch wollte sich zum Stand der Verkaufsverhandlungen nicht äußern. Er sprach lediglich von konstruktiven Gesprächen mit Freenet.

Ein Verkauf der Festnetzsparte gehört wie der Rückzug aus dem UMTS-Geschäft zur strategischen Neuausrichtung von Mobilcom. Bereits im vergangenen Frühjahr waren sich beide Unternehmen grundsätzlich über den Verkauf einig gewesen. Doch wurde die Transaktion im Zuge des Streits der beiden Großaktionäre von Mobilcom, Firmengründer Gerhard Schmid und France Telecom, über den Kurs beim Aufbau des UMTS-Mobilfunks auf Eis gelegt.

Auf ihrer Hauptversammlung am Montag hatten Mobilcom-Aktionäre den Verzug des Festnetzverkaufs kritisiert und damit argumentiert, ihre Gesellschaft komme deshalb in der beschlossenen Konzentration auf das Kerngeschäft nicht schnell voran. Auf ihrer Hauptversammlung billigten die Aktionäre den zwischen France Telecom, der Bundesregierung und mehreren Banken ausgehandelten milliardenschweren Rettungsplan für Mobilcom. Wenn wie erwartet im Februar auch die Anteilseigner des französischen Telefonkonzerns zustimmen, kann Mobilcom befreit von UMTS-Lasten im Wiederverkauf von Mobilfunkverträgen einen Neuanfang machen.

Mobilcom macht in seiner Festnetzsparte 90 Prozent des Umsatzes mit Freenet. Zehn Prozent entfallen auf das traditionelle Telefongeschäft. Mobilcom hält 76 Prozent an Freenet.

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