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01.02.2001

13:49 Uhr

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Eon will Gebot für Sydkraft innerhalb von vier Wochen abgeben

Der Energiekonzern Eon AG wird nach eigenen Angaben innerhalb der kommenden vier Wochen ein öffentliches Übernahmeangebot für die außenstehenden Aktien des schwedischen Energiekonzerns Sydkraft vorlegen.

Reuters DÜSSELDORF. In den nächsten Tagen werde ein Antrag für das Übernahmeangebot bei der EU Kommission in Brüssel eingereicht, teilte Eon Energie am Donnerstag weiter mit. Nachdem die 100prozentige Tochter der Eon Energie, Eon Scandinavia, nun von vier Kommunen für 272 Mill. Euro weitere Anteile an dem größten schwedischen privaten Energiekonzern übernommen habe, sei die Beteiligung von Eon Energie an Sydkraft auf insgesamt 29,4 % des Kapitals und 42,8 % der Stimmrechte gestiegen. Die Übernahme dieser Anteile hatte der Konzern bereits vor knapp drei Wochen mitgeteilt. Die Aktien seien nun überschrieben worden, sagte eine Eon Energie-Sprecherin in München. Der Übernahme-Antrag für die Europäische Kommission werde nun formuliert und in den nächsten Tagen eingereicht. Nach schwedischen Unternehmensregeln muss ein ausländisches Unternehmen ein komplettes Übernahmeangebot unterbreiten, wenn es mindestens 40 % der Stimmrechte an einem heimischen börsennotierten Unternehmen erworben hat. Eon hatte mit der schwedischen Börsenaufsicht mehrfach über eine Ausnahmegenehmigung verhandelt, aber immer zugesagt, die Forderung auf jeden Fall zu erfüllen.

Sydkraft ist der größte private Energieversorger in Schweden und nach der staatlichen Vattenfall der zweitgrößte Energiekonzern des Landes. Das Unternehmen versorgt den Angaben zufolge knapp 800 000 Kunden mit Strom. Gas und Wärme. Der Stromabsatz betrug 1999 knapp 30 Mrd. Kilowattstunden, der Umsatz 1,68 Mrd. Euro. Nach Reuters-Daten verfügt Sydkraft über eine Marktkapitalisierung von 40,43 Mrd. schwedischer Kronen, Eon von 45,78 Mrd. Euro.

Sydkraft selbst befürchtet eigenen Angaben zufolge durch einen Eigentümerwechsel keine Beeinträchtigung des Geschäfts. Unternehmenschef Lars Frithiof hatte kürzlich erklärt, er erwarte zwar, dass Eon die Mehrheit bekomme, an der Ausrichtung des Versorgers werde sich aber nichts ändern. Der nach E.ON inzwischen zweitgrößte Anteilseigner bei Sydkraft, die norwegische Statkraft, will sich erklärtermaßen nicht von seinem 37,9-Prozent-Paket trennen. Man werde die Entwicklung aber genau beobachten und mit Eon in Kontakt bleiben, sagte Statkraft-Chef Christian Rynning-Toennesen.



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