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09.01.2001

14:03 Uhr

Ergebnis im Februar erwartet

Euratom-Arbeitsgruppe soll Balkan-Syndrom untersuchen

Die EU-Kommision wird das Ergebnis dieser Studie zur Grundlage machen, bestehende Programme zum Wiederaufbau auf dem Balkan entsprechend zu ändern.

ap BRÜSSEL. Die EU-Kommission hat eine Arbeitsgruppe der europäischen Atomgemeinschaft Euratom damit beauftragt, mögliche Folgen uranhaltiger Munition für Gesundheit und Umwelt zu untersuchen. Wie Kommissionssprecher Gunnar Wiegand am Dienstag in Brüssel mitteilte, sollen die Experten zunächst die existierenden Informationen über den Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran sammeln und bewerten. Mit einem Ergebnis werde Anfang Februar gerechnet.

Die Kommission werde das Ergebnis dieser Studie zur Grundlage dafür machen, ob bestehende Programme zum Wiederaufbau auf dem Balkan entsprechend geändert werden müssten. Die Arbeitsgruppe, die aus Experten der Mitgliedstaaten besteht, werde dabei auf bestehende Studien wie etwa der Vereinten Nationen oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurückgreifen, sagte Wiegand. Auch die NATO könne dabei wichtige Informationen liefern.

Die Euratom ist Teil der Europäischen Union und hat die Förderung der wirtschaftlichen Nutzung der Kernenergie zum Ziel. Kommissionssprecher Jean-Christophe Filori betonte, die rechtliche Grundlage für einen Einsatz von Euratom sei dadurch gegeben, dass von der uranhaltigen Munition auch eine Gesundheitsgefahr für das EU-Personal auf dem Balkan ausgehen könnte. Allerdings seien die Ergebnisse der Arbeitsgruppe ebenso für die Zivilbevölkerung im Kosovo und in Bosnien relevant, hieß es weiter.

In Brüssel beriet am Dienstag zudem der Politik- und Sicherheitsausschuss des EU-Ministerrats über das Balkan-Syndrom. Die Gespräche dauerten am frühen Nachmittag noch an.



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