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29.05.2000

13:24 Uhr

Ergebnisse des ifo-Konjunkturtests

Weltwirtschaft bleibt im Stimmungshoch

Die Konjonktur zieht an - doch die Experten üben für das kommende halbe Jahr Zurückhaltung

ap MÜNCHEN. Die Weltwirtschaft befindet sich Experten zufolge weiter auf Wachstumskurs. Wie der am Montag veröffentlichte Konjunkturtest des Münchner ifo-Instituts ergab, hielt das internationale Stimmungshoch im April und Mai an. Die aktuelle Lage wurde insgesamt noch besser beurteilt, vorsichtiger fiel jedoch die Prognose für das kommende halbe Jahr aus. In den USA und in Westeuropa herrschte weiter großer Optimismus. In manchen osteuropäischen Länder war die Stimmung allerdings gedämpfter. An der Umfrage nahmen 650 Experten aus 80 Ländern teil.

In Westeuropa hat sich das Wirtschaftsklima den Angaben zufolge verbessert. Allerdings hätten die Erwartungen etwas nachgegeben. Dies deute darauf hin, dass eine schwächere US-Konjunktur und höhere Zinsen den europäischen Aufschwung zum Jahresende bremsen könnten.

In Deutschland ist das wirtschaftliche Umfeld laut Umfrage so gut wie lange nicht mehr. Motor des Aufschwungs ist dabei der Export. Eine weitere Beflügelung des Inlandverbrauchs erwarten die Experten von der Steuerreform. Das größte Problem sehen sie nach wie vor in der Arbeitslosigkeit. Frankreich wird wegen hoher Inlandsnachfrage und eines Exportbooms ein kräftiges Wachstum vorhergesagt. Auch für die britische Wirtschaft sind die Prognosen günstig, auch wenn die Umfrageteilnehmer mit einer Abschwächung des Exports rechneten. In Italien herrschte Optimismus. Von den bevorstehenden Steuersenkungen erwarteten die Experten eine Konsumsteigerung.

Gedämpfter waren die Erwartungen der Umfrage zufolge in Mittel- und Osteuropa. In Ungarn allerdings wurden aktuelle Lage und Erwartungen sehr positiv beurteilt. In Polen waren die Umfrageteilnehmer mit der Inlandsnachfrage zufrieden, rechneten aber mit einem Rückgang von Export und privatem Verbrauch. Unzufrieden mit der aktuellen Lage zeigten sich Experten in Tschechien. Doch erwarteten sie im nächsten halben Jahr ein kräftigeres Wachstum. Mehr Zuversicht herrschte in Russland. Skeptisch beurteilten die Teilnehmer aber das wirtschaftspolitische Programm von Präsident Wladimir Putin.

In den USA hielt das Stimmungshoch an. Die aktuelle gesamtwirtschaftliche Lage und der private Verbrauch erhielten beinahe Bestwertungen. Jedoch erwarteten die Experten eine Abschwächung der Inlandsnachfrage. Ein Problem ist für sie insbesondere der Mangel an qualifiziertem Personal.

In Japan schätzten die Experten die aktuelle Lage und die Entwicklung besser ein als im Winter. Dennoch ist das Klima laut ifo-Institut "sehr unstetig". Der private Verbrauch sei immer noch kraftlos. Das größte Problem sahen die Befragten in der Arbeitslosigkeit.

Optimismus machte sich laut ifo-Institut in Lateinamerika breit. Am zuversichtlichsten zeigten sich Experten in Mexiko, die anhaltendes Wachstum erwarteten. Auch in Brasilien wird die Wirtschaft den Ergebnissen zufolge an Schwung gewinnen. Negativer schätzten die Umfrageteilnehmer die Lage in Argentinien ein. Doch gebe es erste Zeichen einer Erholung von der Rezession.



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