Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.02.2002

00:43 Uhr

Ergebnisse im ersten Halbjahr gehen zurück

Dresdner bremst Allianz

Der neue Allfinanzkonzern hat Startschwierigkeiten. Für das zweite Halbjahr erwartet die Allianz für ihre neue Tochter Dresdner Bank einen Gewinnbeitrag von gerade einmal 60 Millionen Euro.

HANDELSBLATT, 15.8.2001 frü/jojo/po MÜNCHEN/FRANKFURT. Die Übernahme der Dresdner Bank zahlt sich für den Münchener Versicherungsriesen Allianz AG dieses Jahr noch nicht aus. Der Ergebnisbeitrag der Frankfurter wird im zweiten Halbjahr 2001 gerade einmal 60 Mill. Euro betragen. Das bestätigte die Allianz gestern auf Anfrage des Handelsblatts; sie wies allerdings darauf hin, dass es sich um eine "konservative" Schätzung handele. Damit werden die hoch gesteckten Erwartungen an den führenden deutschen Allfinanzkonzern zunächst nicht erfüllt.

Für das erste Halbjahr legten Dresdner und Allianz noch getrennte Zahlen vor. Die Bank musste einen um 13 % reduzierten Vorsteuergewinn von 616 Mill. Euro hinnehmen, der noch viel geringer ausgefallen wäre, wenn nicht massiv Wertpapiere verkauft worden wären. Bei dem Versicherungskonzern sank der Überschuss um 7,8 % auf 1,4 Mrd. Euro.

Für das Gesamtjahr zeigt sich die Allianz trotzdem optimistisch. Für sich alleine, ohne die Dresdner, rechnet sie mit einem Ergebnisplus von 13 % auf 2,71 Mrd. Euro. Zusammen mit der Frankfurter Bank werde der Allianz-Gewinn um 15,5 % auf 2,77 Mrd. Euro steigen. Für die Dresdner Bank wird zwar ein Gewinn von 1 Mrd. Euro erwartet. Davon fließt aber nur das Ergebnis des zweiten Halbjahres in den Allianz-Abschluss ein, und dieses wird zum größten Teil durch die Fusionskosten aufgezehrt.

Die deutlichsten Rückgänge verzeichnete die Dresdner Bank im ersten Halbjahr beim Handelsergebnis und beim Provisionsüberschuss. Beide Bereiche hängen von der Börsenentwicklung ab. Um mehr als 18 % stieg der Verwaltungsaufwand. "Sinkende Erträge bei gleichzeitig steigenden Kosten sind kein gutes Zeichen", so Michael Zlotnik, Bankenanalyst der Ratingagentur Standard & Poor s (S&P).

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft stockte die Dresdner gegenüber dem ersten Quartal um 165 % auf. Dies führte Adrian Pilz, Analyst bei Merrill Lynch, auf die strengere Risikoanalyse der Konzernmutter zurück. Zum Vergleich: Wettbewerber wie Deutsche Bank, Hypo-Vereinsbank oder Commerzbank hoben angesichts der Konjunkturschwäche ihre Risikovorsorge zwischen 16 und 30 % an.

"Die Zahlen von Allianz und Dresdner sind wie erwartet", kommentierte Konrad Becker von der Privatbank Merck Finck. Die Börse zeigte sich ebenfalls wenig überrascht: Während der Dax um rund 1,2 % zulegte, stagnierte der Allianz-Kurs.

Der Versicherungskonzern hofft im zweiten Halbjahr vor allem auf ein stärkeres Neugeschäft mit Lebensversicherungen. "Wir sind zuversichtlich, unsere Ziele zu erreichen", bekräftigte Finanzvorstand Helmut Perlet gestern in einer Analystenkonferenz.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×