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03.01.2003

13:38 Uhr

Erhöhung wird zurückgenommen

Esso scheitert mit eigener Preisrunde

Nach dem Anstieg der Benzinpreise zu Jahresanfang durch die letzte Stufe der Ökosteuer ist der Mineralölkonzern Esso mit einer ersten eigenen Preiserhöhung im neuen Jahr gescheitert. Unternehmenssprecherin Gabriele Radke sagte am Freitag in Hamburg, einer Preisanhebung vom Vortag um weitere drei Cent je Liter seien die anderen Mineralölkonzerne nicht gefolgt.

Reuters HAMBURG. "Der Wettbewerb ist nicht mitgegangen, so dass wir das nicht realisieren können." Die Preise sollten deshalb wieder gesenkt werden, sagte Radke. In der Regel folgen die anderen Tankstellenkonzerne, wenn ein Mineralölunternehmen die Preise erhöht.

Marktführer BP/Aral führte unterdessen nach eigenen Angaben so genannte Mindestpreise ein. "Wir haben die Preise nicht nach oben erhöht, sondern von unten angehoben", sagte Firmensprecher Ulrich Winkler. Mit Mindestpreisen versuchen die Mineralölkonzerne, die sich aus der Konkurrenz der Tankstellen untereinander ergebenden regionalen Preisunterschiede zu begrenzen. Winkler sagte, für Benzin sei als Untergrenze ein Preis von 107,9 Cent und für Diesel von 89,9 Cent eingeführt worden. Am Freitag kostete Normalbenzin nach seinen Angaben an BP - und Aral-Tankstellen durchschnittlich 108,9 Cent. Der Preis für Superbenzin habe bei 110,9 Cent und der für Diesel bei 90,9 Cent gelegen, sagte Winkler.

Der BP/Aral-Sprecher erklärte die Anhebung der unteren Preisschwelle mit höheren Einkaufspreisen am Rotterdamer Ölmarkt. Dort habe sich das Barrel Öl (159 Liter) nach einem leichten Rückgang zum Jahreswechsel bis Freitagmittag auf 30,95 Dollar verteuert. Energieexperten begründen den Anstieg der Ölpreise unter anderem mit dem seit 26 Jahren niedrigsten Stand der Erdölreserven in den USA. Dieser wiederum wird auf den seit einem Monat anhaltenden Generalstreik in Venezuela zurückgeführt, wodurch die Förderung des Landes lahm gelegt ist. Auch die Furcht vor einem Irak-Krieg hat den Ölpreis in den vergangenen Wochen in die Höhe getrieben.

Der Preis der marktführenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar verteuerte sich in London bis Freitagnachmittag um 35 US-Cent auf 29,78 Dollar.

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