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08.01.2001

19:21 Uhr

Erneute Schwäche am US-Markt habe den Verlust begrenzt

Gewinnmitnahmen und Euro drücken Rentenkurs

Gewinnmitnahmen und ein schwächerer Euro haben Händlern zufolge am Montag die Kurse der europäischen Zinsfutures leicht gedrückt. Die erneute Schwäche an den US-Aktienmärkten hätten die Verluste jedoch begrenzt.

Reuters FRANKFURT. Analysten wollten aus den Kursrückgängen keinen grundlegenden negativen Trend ableiten. Die Kurse befänden sich auf einem so hohen Niveau, dass ein zwischenzeitliches Abrutschen nahezu unvermeidlich sei. Grundsätzlich gelte weiter das Szenario der vergangenen Woche, das von schwachen Konjunkturaussichten in den USA, weiteren Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed und einem insgesamt starken Euro ausgehe. Auch halte sich weiterhin die Einschätzung am Markt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) dem überraschenden Zinsschritt der Fed aus der vergangenen Woche in absehbarer Zeit folgen werde.

Gegen 18.50 Uhr MEZ notierte der Euro Bund-Future vier Ticks im Minus bei 109,45 Punkten. Der Bobl-Future lag ein Tick im Minus bei 106,60 Punkten. Am kurzen Ende notierte der Schatz-Future mit minus zwei Ticks bei 103,09 Punkten. Die zehnjährige Bundesanleihe Januar 2011 notierte mit 104,24 % nach 104,14 % zur Kasse. Auf dem aktuellen Niveau rentierte das Papier mit 4,70 %.

Kursverlust am Euro vermutlich nur temporär

Neben Gewinnmitnahmen nach der Kursrally der vergangenen Wochen führten Händler auch den abgeschwächten Euro-Kurs als Grund für das Minus der Zinsfutures an. Da vom Devisenmarkt jedoch zu hören sei, dass die Kursverluste der Gemeinschaftswährung vermutlich nur temporär seien und der Euro den Widerstand von 0,96 $ trotz eines ersten Scheiterns am Vormittag demnächst doch überwinden werde, seien auch bei den Renten weitere Kursgewinne zu erwarten. Der Euro lag gegen 18.50 Uhr MEZ bei 0,9491/93 $ knapp einen US-Cent unter dem New Yorker Freitagsschluss, nachdem er im frühen europäischen Handel noch ein Tageshoch bei 0,9592 $ markiert hatte.

Grundsätzlich werde die Situation bei den Festverzinslichen in Europa von der wirtschaftlichen Lage in den USA mitbestimmt. "Die Marktteilnehmer sind weiter besorgt, dass es in der US-Wirtschaft zu einer harten Landung kommt. Das ist der Grund, warum die Renten generell so gut laufen", sagte ein Händler. Daran hätten auch die US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag grundlegend nichts geändert, auch wenn diese etwas besser ausgefallen seien, als erwartet. Es sei von weiteren Zinssenkungen in den USA auszugehen.

Schwacher US-Aktienmarkt

Die wiederum schwächeren US-Aktienmärkte bremsten nach Händlerangaben im Tagesverlauf die Kursverluste an den europäischen Rentenmärkten. Der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte lag gegen 18.50 Uhr 0,8 % im Minus bei 10 570 Punkten. Der technologielastige Nasdaq-Index verlor bis zu diesem Zeitpunkt gut 3,0 % und lag bei 2 330 Punkten, nachdem er am Freitag bereits 6,2 % abgeben musste. "Das erneute Minus an der Nasdaq hat an den Rentenmärkten vermutlich schlimmere Verluste verhindert", sagte ein Händler. Auch der deutsche Blue-Chip-Index des Neuen Marktes Nemax50 lag zuletzt 8,6 % im Minus bei 2130 Punkten. Der Deutsche Aktienindex zeigte sich 0,08 % schwächer bei 6 377 Zählern.

Die Daten der deutschen Industrieproduktion wirkten sich nach Händlerangaben nicht spürbar auf die Rentenkurse aus. Die deutsche Industrieproduktion sei im November zum Vormonat um 0,4 % gestiegen, teilte das Finanzministerium am Mittag in Berlin mit. Der Oktober-Wert sei von minus 0,3 auf minus 0,1 % revidiert worden. Von Reuters befragte Analysten hatten für November mit einem Zuwachs von 0,3 % zum Vormonat gerechnet.

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