Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.07.2000

14:32 Uhr

Ernte hat begonnen

Brasilien holt Kaffee vom internationalen Markt

Brasilien rechne damit, bis Ende dieser Woche 120 000 Sack Kaffee (ein Sack 60 kg) in seinen Lagerhäusern im Zuge des Retention-Plans gestaut zu haben. Das teilte ein Vertreter dieses südamerikanischen Landes dem Generalsekretär der Association of Coffee Producing Countries (ACPC), Roberio Silva, in London mit.

vwd LONDON. Silva kam gerade von einem Treffen des "Steering Committee", wo über den technischen Fortschritt des Retention-Vorhabens mit Vertretern aus Brasilien, Kolumbien, El Salvador und Afrika - zusammen mit Beobachtern aus Indien, Guatemala und Indonesien - diskutiert wurde.

Laut Silva sei auf dem Treffen sichtbar geworden, dass die ACPC-Mitglieder den Retention-Plan schnell und zügig durchführen wollen. Der grösste Kaffeeproduzent der Welt - Brasilien - sei das einzige Mitgliedsland, das jetzt schon seinen Retention-Plan durchführen musste, was mit seinem früheren Erntezyklus begründet wurde. Das Vorhaben sieht vor, dass die anderen Kaffee-Erzeuger mit dem Beginn ihrer neuen Ernte am 1. Oktober "an Bord gehen."

Wie es heißt, beabsichtige Brasilien bis zu drei Mill. Sack aus dem Erntejahr 2000-2001 vom internationalen Markt fernzuhalten. Regierungskreise schätzen das Kaffee-Aufkommen Brasiliens in diesem Zeitraum mit insgesamt 28,9 Mill. Sack ein. Das Erntejahr läuft ab Juli. Der ACPC-Retention-Plan war am 19. Mai von vierzehn Mitgliedern der Produzenten-Gruppe angenommen worden - mit Zustimmung der Nicht-Mitglieder Vietnam, Guatemala, Honduras und Mexiko.

Ziel dieser Staaten ist es, ein Fünftel der weltweiten Kaffee-Exporte vom Markt zurückzuziehen und zwar solange, bis die Notierungen wieder den internationalen Composite-Preisindikator von 95 US-cents je lb erreichen, der sich am letzten Freitag auf 62,15 cents je lb stellte.

Hauptmitglieder der ACPC sind: Angola, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Demokratische Republik Kongo, El Salvador, Indien, Indonesien, Elfenbeinküste, Kenia, Tansania, Togo, Uganda und Venezuela. Auf diese Länder entfallen rd. 85 % der weltweiten Kaffee-Anlieferungen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×