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04.02.2002

10:51 Uhr

Erotik-Neuemission kommt nicht

Nemax wieder mit roten Vorzeichen

Die Woche am Neuen Markt in Frankfurt beginnt, wie die vergangene endete: mit nachgebenden Kursen. Nach wie vor fehlen die Anreize, um Käufer für die Wachstumswerte zu begeistern.

dpa FRANKFURT. Der Nemax All Share fällt um 1,1 Prozent auf 1100 Zähler. Händler begründeten dies mit den negativen Vorgaben aus den Vereinigten Staaten. "Wir hängen immer noch am Tropf der USA, und da sah es ja in der vergangenen Woche nicht gut aus", sagte ein Frankfurter Händler. An der technologielastigen US-Börse Nasdaq war am vergangenen Freitag der Composite um 1,2 Prozent auf 1911 Punkte gesunken.

Großartige Ausschläge seien auch für den heutigen Tag nicht zu erwarten, sagte ein Frankfurter Händler. "Für den Neuen Markt sieht es lau aus. Ich sehe da keine Topstories, und aus den USA wird heute auch nicht viel kommen." Und: Solange sich Fonds nicht genötigt sähen einzusteigen, werde sich an dieser Situation auch nichts ändern, sagte ein anderer Marktteilnehmer.

Die flauen Aussichten bewegten deshalb auch die für heute geplante Neuemission zum kurzfristigen Rückzug. Die Private Media Group hat ihren für heute vorgesehenen Gang an den Neuen Markt abgesagt. Der spanische Anbieter von Erotik-Produkten hat den Börsengang nach eigenen Angaben wegen des verhaltenen Marktumfelds verschoben. Damit ist Private Media in diesem Jahr das erste Unternehmen, das seinen Gang an den Neuen Markt verschiebt. "Es war einen Versuch wert, doch weil der Referenzkurs an der Nasdaq, wo sie bereits notiert sind, stark eingebrochen sind, war es nur logisch, den Börsengang zu verschieben", sagte ein Händler. "Es wäre eine Sensation geworden, wenn der Börsenstart ein Erfolg geworden wäre", sagte der Händler mit Hinweis auf die geringen Umsätze in diesem Segment. Für Private Media ist die Zweitplatzierung nach eigenen Angaben dennoch nicht ganz vom Tisch. Das Unternehmen will jetzt ein günstigeres Kapitalmarkt-Klima abwarten.

Auf einen Sturzflug begaben sich die Aktien Telekom-Ausrüsters Carrier 1 International S.A.. Das Papier brach um ein Drittel auf 0,81 Euro ein. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Titel Federn gelassen. Inzwischen hat das Unternehmen ein Rückkauf-Angebot für ausstehende Anleihen wegen rechtlicher Schwierigkeiten zurückgezogen. Nach luxemburgischen Recht sei es nicht möglich, die in der Offerte angebotenen neuen Aktien zu emittieren, hatte das Unternehmen am Morgen mitgeteilt. "Das war mal eine Top-Aktie, doch bei dem geringen Wert interessiert Carrier 1 eigentlich nur noch Zocker", sagte ein Händler. Im Februar 2001 hatte die Aktie noch bei rund 22 Euro notiert. Ein Jahr zuvor lag der Titel bei rund 160 Euro.

Offenbar stecke Carrier 1 in Finanznöten, sagten Händler. Das Management sucht nach einem strategischen Partner, um seinen laufenden Betrieb finanziell aufrecht erhalten zu können - bislang anscheinend erfolglos. Zudem soll das Geschäft seit der Bekanntgabe des Rückkaufangebots schlechter gelaufen sein.

Verluste gab es auch bei der PixelNet AG . Der Titel gab um 2,6 Prozent auf 4,14 Euro ab. Der Foto-Dienstleister hat im vergangenen Geschäftsjahr zwar ein positives Ergebnis verbucht, war jedoch hinter den eigenen ambitionierten Zielen geblieben. So wurde ein 3 Millionen Euro hoher Jahresüberschuss und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 1,5 Millionen Euro erzielt. Allerdings hatte sich PixelNet für 2001 ein Betriebsergebnis von plus 4,8 Millionen Euro vorgenommen. Im Jahr 2000 hatte das Jahresergebnis noch bei minus 7,6 Millionen Euro gelegen.

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