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17.03.2003

11:07 Uhr

Erreger immer noch nicht identifiziert

Neue Verdachtsfälle auf Lungenentzündung

In der Schweiz und in Slowenien sorgen drei neue Verdachtsfälle der mysteriösen Lungenentzündung aus Asien für Aufregung. Auf dem Genfer Flughafen wurden zwei Menschen unter Beobachtung gestellt, berichtete das Bundesamt für Gesundheit am Montag.

HB/dpa GENF/FRANKFURT/MAIN. Sie hatten sich am Sonntag selbst bei den Behörden gemeldet. In einer Klinik in Ljubljana wird eine Patientin mit Verdacht auf das Schwere Akute Atemnotsyndrom (SARS) behandelt. Alle drei waren erst kürzlich von Asienreisen zurückgekehrt.

Der Gesundheitszustand der beiden auf der Frankfurter Isolierstation liegenden Patienten ist stabil. Mit dem Arzt aus Singapur und seiner Schwiegermutter war der unbekannte Erreger wahrscheinlich am Samstag zum ersten Mal nach Europa gelangt. Deutsche Mediziner arbeiten ebenso wie Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO unter Hochdruck an einer Identifizierung des Erregers. Von der WHO wird er als weltweite Bedrohung eingeschätzt.

In Kanada hat sich die Zahl der Infizierten nach Presseberichten unterdessen auf 10 erhöht. Mindestens 9 Menschen in China, weiteren asiatischen Ländern und Kanada sollen an der Krankheit bereits gestorben sein. Rund 100 Menschen stehen unter anderem in Hongkong, Vietnam und Singapur unter Quarantäne. In Neuseeland und Malaysia waren die Behörden in Alarmbereitschaft.

Präsident des Robert Koch-Instituts kritisiert Frankfurter Patienten

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Reinhard Kurth, hat im ZDF den in Frankfurt mit einer mysteriösen Infektion isolierten Patienten kritisiert. Es sei unprofessionell von dem erkrankten Arzt gewesen, ins Flugzeug zu steigen, sagte Kurth im ZDF-Morgenmagazin. Der Mann war bei einem Flug von New York in Frankfurt zwischengelandet. Der Erreger müsse "in nächster Zeit unbedingt" gefunden werden, sagte Kurth. Die Gesundheitsbehörde in New York prüft nach CNN-Angaben derzeit die Kontakte des Mannes in der Stadt.

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