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21.03.2003

14:21 Uhr

Ersatzziel: Spanien

Krieg führt zu ersten Reise-Umbuchungen

Die deutschen Reisekonzerne verzeichnen nach Beginn des Irak-Krieges bisher nur wenige Umbuchungswünsche für Urlaubsreisen in die potenziellen Krisengebiete am östlichen Mittelmeer und im arabischen Raum.

HB/dpa HAMBURG. Einen Tag nach Ausbruch der Kampfhandlungen im Irak hat es bei den großen deutschen Reiseveranstaltern mehrere Hundert Umbuchungswünsche von Touristen gegeben. Fluggesellschaften wie Air France oder Lufthansa prüften am Freitag indes weitere Anpassungen ihrer Flugpläne wegen des Krieges in der Golfregion. Die Fraport AG als Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens schloss Verspätungen und auch den Ausfall einzelner Flüge nicht aus. Beim Reiseveranstalter TUI gab es bislang rund 400 Umbuchungswünsche und 100 allgemeine Anfragen. "Das ist im Vergleich zu anderen Themen eher wenig", sagte Sprecher Robin Zimmermann. Viele wollten ihren Urlaub verschieben, umgebucht werde ansonsten in Richtung Spanien. Die Balearen und die Kanarischen Inseln statt Ländern in der Krisenregion sind auch bei Rewe die Hauptziele für umgebuchte Reisen. Stornierungen habe es nur vereinzelt gegeben. "Die Leute sind absolut ruhig", hieß es auch bei Thomas Cook (Neckermann). An den Telefon-Hotlines gebe es aber einen "hohen Informationsbedarf". Immer wieder komme die Frage, ob der Krieg auch die jeweilige Urlaubsregion treffen könne. Viele Reiseveranstalter gestatten Urlaubern bis zum 30. April wegen des Krieges kostenlose Umbuchungen von Reisen, die in Ziele nahe der Golfregion geplant waren.

Die Lufthansa hat wie angekündigt am Donnerstag und Freitag drei Flüge aus Frankfurt und München nach Tel Aviv und je einen Flug nach Beirut, Amman und Kuwait annulliert. Am Freitag war noch unklar, ob die Verbindungen am Wochenende wieder aufgenommen werden sollten. Air France kündigte an, den Flugplan für April "anzupassen". Die Fraport AG bat Kunden amerikanischer, arabischer, britischer und spanischer Fluggesellschaften auf Grund höherer Sicherheitsvorkehrungen drei Stunden vor Abflug zum Flughafen zu kommen. "Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme", sagte ein Sprecher "Wir wollen vermeiden, dass Passagiere auf den letzten Drücker kommen."

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