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02.01.2001

07:32 Uhr

Das Jahr der Rekorde ist zu Ende. An der Deutschen Börse wurden fast 6,1 Billionen Euro umgesetzt (das ist eine Zahl mit 12 Nullen) - so viel wie noch nie zuvor und fast 20% mehr als 1999. Es gab 133 Neuemissionen am Neuen Markt, die ein Volumen von 13,7 Milliarden Euro darstellten. Regelmäßig waren die Neuen Werte überzeichnet. Aber die Bilanz am Ende des Jahres fiel traurig aus: Nur mit einem Fünftel der Neuemissionen konnten Anleger am Ende Gewinne verbuchen. Heißt dass, das 4/5 der Geschäftsmodelle am Neuen Markt nichts wert sind? Sicher nicht. An der Börse geht es nämlich meist um das Verdienen einer schnellen Mark - jedoch viele Geschäftsmodelle rentieren sich erst langfristig. Einige Unternehmer haben den Goldrausch am Neuen Markt aber hemmungslos ausgenutzt. Das Unternehmenskonzept bestand im Börsengang selbst und wenn das Geld aufgebraucht war, wurde der Laden eben wieder dichtgemacht. Bis dahin ließ es sich ja wortwörtlich in Saus und Braus leben.



Die heutigen Internetunternehmer aber werden mehr Überzeugungskraft aufbringen müssen als ihre Vorgänger. Sie werden nicht nur nach ihrer innovativen Idee gefragt, sondern auch nach ihrem Geschäftsmodell. Wie werden die Kosten gedeckt? Gibt es profitable Bereiche, welche die Fixkosten decken können? Für den Anleger hat das Vorteile. Denn die Internettechnik ist zu komplex, um sie als Laie bewerten zu können. Und wenn man Ihnen als Anleger das Geschäftsmodell nicht verständlich machen kann, dann lassen Sie besser die Finger davon. Auch ein Blick auf die Lebensläufe der Manager ist oft hilfreich: Gigabells Vorstandschef Rudolf Zawrel hatte schon vor dem Betrugsdesaster 2 Firmen in den Konkurs getrieben und der geschaßte Refugium Chef Paul Kostrewa war bereits schon mal wegen des Verdacht auf Steuerbetrug ins Ausland getürmt. (Mittlerweile baut er übrigens Golfplätze).

Schwarze Schafe werden nun mal nicht über Nacht weiß....

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